Ab Juni länger gratis parken in Hohenems

VN / 18.05.2022 • 17:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bald darf man in der Emser Innenstadt 30 statt wie bisher 15 Minuten kostenlos parken.
Bald darf man in der Emser Innenstadt 30 statt wie bisher 15 Minuten kostenlos parken.

Stadtvertretung überarbeitet Parkraumverordnung.

Hohenems Erst wenige Monate in Kraft, wird die Hohenemser Parkgebührenverordnung bereits wieder angepasst. Wie die Stadtvertretung am Dienstag beschloss, darf in der Innenstadt bald 30 Minuten gratis geparkt werden. Außerdem kann man für die Parkplätze Ledi und Schuttannen bald ein Jahresticket erstehen. Zum Zankapfel wurde ein kleiner Parkplatz hinter dem Jüdischen Museum.

Gratiszeitraum verdoppelt

15 Minuten lang kann man derzeit in der Hohenemser Innenstadt kostenlos parken, wenn man sich mit der grünen Taste ein entsprechendes Ticket holt. Ab Juni soll man sein Auto eine halbe Stunde lang kostenfrei abstellen können. Die halbe Stunde wird auch auf länger geltende Tickets angerechnet. So lautet die wichtigste Änderung der Hohenemser Verordnung zur Parkraumbewirtschaftung.

Bereits nach wenigen Monaten wurde die Verordnung evaluiert und in einigen Punkten angepasst. Das freute vor allem die VP-Fraktion, die eine baldige Überprüfung und die Ausweitung des Gratisparkzeitraums gefordert hatte. Neben Bürgermeister Dieter Eggers FP war auch die Volkspartei dafür, etwa Monats- und Jahresparkkarten für Unternehmen zu zwölf beziehungsweise 120 Euro auszustellen. Auch ein übertragbares Pauschalticket für Teilzeitbeschäftigte fand eine Mehrheit.

Grüne gegen neue Parkverordnung

Die Grünen waren gegen alle Punkte der Novellierung, die im Großen und Ganzen die bestehenden Regeln eher lockert. Ihre Kernkritik: „Wir wollen keine Anreize für den motorisierten Individualverkehr schaffen“, wie Stadtvertreterin Gabriele Bächle vortrug. Eine Dauerparkkarte für Ledi und Schuttannen würde deren Inhaber eher dazu animieren, sie auch auszunutzen und oft mit dem Auto in die Natur zu fahren. Ohnenhin könne man die Verordnung erst evaluieren, nachdem man die Situation eine Sommer- und eine Wintersaison lang beobachtet habe, so die Vertreterin der Ökopartei.

Eine Erleichterung für Anrainer des Jüdischen Viertels jedoch hätte Bürgermeister Dieter Egger um ein Haar nicht umsetzen können. Einen kleinen, eher versteckten Parkplatz hinter dem jüdischen Museum von Tarifzone eins in Zone zwei zu ändern, lehnte neben den Grünen nämlich auch die VP ab, sodass die Mehrheit für das Vorhaben wackelte.

Die Änderung in Zone zwei soll es Anrainern ohne eigenen Parkplatz ermöglichen, eine dort gültige Dauerparkkarte zu erwerben, die es für die Zone eins nicht gibt. Doch ein Zone-Zwei-Parkplatz, der eigentlich den Randgebieten vorbehalten ist, mitten in der Kernzone eins? „Das würde einen Fleckerlteppich ergeben“, urteilte für die VP Angelika Benzer. Zudem ist die Zone zwei billiger als Zone eins, „als Autofahrer würde ich immer dort parken wollen“, meinte sie.

Knappe Entscheidung

Der Rathauschef stellte klar, dass ohne die Änderung keine Lösung für die Anrainer des an privaten Parkplätzen armen jüdischen Viertels in Sicht ist. „Denn Dauerparkkarten in Tarifzone eins wird es mit meiner Fraktion nicht geben, dann hätten wir die Ziele des Parkraumkonzepts verfehlt“, stellte er klar. Mit der knappen Mehrheit von 19:17 wurde dieser Punkt beschlossen, die gesamte neue Parkverordnung tritt am 1. Juni in Kraft. VN-pes