Vom Schulheim Mäder: Menschen sind wir alle

Heimat / 18.05.2022 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Helmut Schlatter (Artenne) und Fotokünstler Nikolaus Walter.<span class="copyright">sco</span>
Helmut Schlatter (Artenne) und Fotokünstler Nikolaus Walter.sco

Über die Herausforderungen einer besonderen Schule.

NENZING Voller Stolz präsentiert das Schulheim Mäder in der Artenne die Fotoserie „Du bist wie ich – Ich bin wie du“ von Nikolaus Walter, mit Texten von Monika Helfer. Die Sonne lachte vom Himmel, als die Ausstellung am Sonntagvormittag in Nenzing von Landesrätin Katharina Wiesflecker eröffnet wurde.

„Mit dem schönen Wetter verbinde ich auch den Inhalt der Ausstellung dieses Projekts. Es sind so viele Kinder, die Freude ausstrahlen auf den Bildern. Aber auch, wenn man im Schulheim Mäder zu Besuch ist. Das passt zum heutigen Tag wunderbar“, meinte der pensionierte Lehrer Helmut Schlatter bei der Begrüßung. Der Artenne-Projektleiter dankte allen, die die Ausstellung möglich gemacht haben: „Es ist erfreulich, wie toll das alles geklappt hat.“

Angenehm war die musikalische Umrahmung der Eröffnungsfeier durch die beiden Gitarristinnen Paula und Franziska, Schülerinnen der Musikschule Walgau. Zur Vernissage begleitet wurden sie von ihrem Lehrer Patrick Honeck.
Das Schulheim Mäder ist ein Ort des Lernens und der Therapie. Dem Schulheim werden ganz einzigartige Kinder und Jugendliche von ihren Eltern anvertraut.

Derzeit werden rund 70 junge Menschen mit Körper- und Mehrmehrfachbehinderungen aus vielen Regionen des Landes betreut. Die Jungen kommen von St. Gallenkirch bis Hörbranz und von Egg bis Lustenau. „Sie nehmen einen zum Teil recht langen Fahrweg auf sich“, erzählte der Geschäftsführer des Schulheims, Arnt Buchwald, bei der Vernissage. In Mäder können sich die 6- bis 18-Jährigen ihren Stärken entsprechend entwickeln. Besonders wichtig ist Arnt Buchwald, dass jeder Mensch als Teil der Gesellschaft gesehen wird.

Eröffnung einer Ausstellung des Schulheims Mäder in der Artenne: "Du bist wie ich. Ich bin wie du."
Eröffnung einer Ausstellung des Schulheims Mäder in der Artenne: "Du bist wie ich. Ich bin wie du."

Präsentation ein Muss

Das Schulheim ist auf Mittel des Landes Vorarlberg, der Schulbehörde und auch auf Spenden angewiesen. So kann die Institution die Betreuung und die Therapie der Kinder und Jugendlichen in einer Form erfüllen, die sie sich als notwendigen Standard auferlegt hat. „Deshalb müssen wir uns auch immer wieder präsentieren und mit unserer Arbeit zeigen, dass wir das Ganze ernst nehmen. So ist die Idee entstanden, die Kinder und Jugendlichen in ihrem Alltag im Schulheim darzustellen, wie er ihren ganz besonderen Bedürfnissen entspricht und ihrer schweren Lebenssituation gerecht wird“, erklärte der Obmann des Trägervereins Schulheim Mäder, Arthur Tscharre. „Alle Schüler, die im Schulheim betreut werden, sind besonders in einer Form, die jedem Menschen, der sie sieht, sofort auffällt und häufig zur Stigmatisierung führt. Wichtig erschien es uns, die Kinder so zu zeigen, wie sie wirklich sind.“

Stiller Beobachter

Dafür wurden Künstler gesucht, die dieser schwierigen Aufgabe gerecht werden. Nikolaus Walter hat die Bilder im Schulheim ruhig, zurückhaltend und still gemacht. Faszinierend waren seine hohe Beobachtungsgabe und Professionalität. Er stellte den Kontakt zur international bekannten und erfolgreichen Schriftstellerin Monika Helfer her, die auch den Titel der Ausstellung kreierte. Ihre einfühlsamen Texte begleiten die Bilder, die dargestellten Geschichten, die auch von Menschen mit Sehschwäche miterlebt werden können.

Arzt Arthur Tscharre dankte Autorin Monika Helfer und Fotograf Nikolaus Walter für die geleistete hervorragende Arbeit sowie den abgelichteten jungen Personen und deren Eltern für die Fotoerlaubnis. Mitte Oktober wird das Schulheim Mäder zum Tag der offenen Tür laden. SCO