Was sich in der Spitalslandschaft verändert

VN / 18.05.2022 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das LKH Feldkirch bleibt das Schwerpunktkrankenhaus im Land. <span class="copyright">Vol.at/mayer</span>
Das LKH Feldkirch bleibt das Schwerpunktkrankenhaus im Land. Vol.at/mayer

Zusammenschluss der Spitäler zu einem Campus besiegelt.

Feldkirch Die Vorschusslorbeeren sprossen reichlich: Von einem fast historischen Moment sprach Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher, vom Beginn einer neuen Ära der Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) Gerald Fleisch. Der Chefarzt des LKH Feldkirch, Wolfgang Elsäßer, tat zufrieden kund, dass nun umgesetzt werde, „was wir uns schon lange wünschen“. Was da bei einer Pressekonferenz so euphorisch angepriesen wurde, war der Zusammenschluss der Krankenhäuser zu einem „Spitalscampus Vorarlberg“. Damit einher ging die Zusicherung, keine der sieben Einrichtungen zu schließen. „Wir brauchen jedes Haus“, bekräftigte Rüscher. Mit dem Spitalscampus sollen Kompetenzen gebündelt, neben der Grund- und Notfallversorgung neue Schwerpunkte geschaffen, die Ausbildung im medizinischen und pflegerischen Bereich verbessert sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestärkt werden, um die heimischen Krankenhäuser als Arbeitsplatz attraktiv zu halten. Fleisch unterstrich zudem den Beteiligungsprozess, in den sich die rund 6000 Mitarbeitenden einbringen können. „Wir wollen alle mit an Bord nehmen“, sagte er.

Zielgerichteter Einsatz

Anläufe für Kooperationen mit dem Krankenhaus Dornbirn hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben, und sie wurden sehr oft auch gefordert. Im Herbst 2020 schließlich unterzeichneten Land und Stadt Dornbirn als ersten Schritt eine Absichtserklärung mit dem Ziel, die Spitalsstrukturen effizienter zu gestalten sowie besser abzustimmen. „Das Gesundheitswesen ist schnelllebig. Wir können nicht in jedes Haus einen OP-Roboter stellen“, verdeutlichte Martina Rüscher. Deshalb brauche es einen zielgerichteten Ressourceneinsatz, gleichzeitig aber auch moderne Spitäler. Zudem habe die Pandemie gezeigt, dass die Herausforderungen im Gesundheitswesen nur gemeinsam zu bewältigen seien.

Bereits in den vergangenen Jahren wurden standortübergreifende Abteilungen innerhalb der Landeskrankenhäuser geschaffen. Als erstes Bundesland hat Vorarlberg mit Ende des Jahres ein Doppelprimariat. Wie berichtet, übernimmt der Chefarzt und Leiter der Gynäkologie und Geburtshilfe am LKH Bregenz, Michael Rohde, auch die Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus Dornbirn. „Durch die Zusammenarbeit können wir die Gesundheitsversorgung insgesamt sicherstellen“, erklärte Bürgermeisterin Andrea Kaufmann den großen Vorteil.

Akutgeriatrie in Bludenz

Keine Abteilung würde geschlossen, wurde versichert, aber Schwerpunkte gestärkt bzw. neue geschaffen. Ans LKH Hohenems beispielsweise kommt eine Koordinationsstelle für Long Covid, im LKH Bludenz wird laut Rüscher eine Akutgeriatrie aufgebaut. Ein Ausbildungszentrum Gesundheit soll für genügend Pflegepersonal sorgen. Rotationsmodelle für Ausbildungsärzte werden ausgebaut. Weiters führt das Land ab Herbst ein Pflegestipendienmodell ein. Für eine einjährige Pflegeausbildung sind 5000, für eine zweijährige rund 10.000 und für eine dreijährige Pflegeausbildung 15.000 Euro vorgesehen. Alles sei ein laufender Prozess, auch die Überlegung, irgendwann unter einem gemeinsamen Logo aufzutreten.