311.311 Stunden im Dienst am Nächsten

VN / 24.05.2022 • 15:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der neue Vorstand des Landesverbands der Hauskrankenpflege Vorarlberg mit Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker. <span class="copyright">HE(3)</span>
Der neue Vorstand des Landesverbands der Hauskrankenpflege Vorarlberg mit Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker. HE(3)

Die Generalversammlung stand ganz im Zeichen der wachsenden Herausforderungen in der Hauskrankenpflege.

Koblach Auf seiner 40. Generalversammlung blickte der Landesverband der Hauskrankenpflege in Vorarlberg kürzlich auf das Geschäftsjahr 2021 zurück: 66 Krankenpflegevereine an 47 Stützpunkten leisteten exakt 311.311 Pflegestunden für 8373 Patienten. Angesichts steigender Herausforderungen in schwierigen Zeiten wurde gefordert, durch attraktive Rahmenbedingungen das langfristige Halten von Pflegekräften zu sichern.

Stabile Teams sichern

„Gesunde und stabile Teams sichern die Grundversorgung. Daher müssen wir den Arbeitsplatz attraktiv gestalten und gute Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten“, betonte der Obmann des Landesverbandes, Wolfgang Rothmund. Eine Schlüsselrolle spiele die Gesundheitsprävention, sowohl für Pflegekräfte als auch für Patienten in Form eines Ausbaus der Beratungsgespräche. Daneben seien genügend Kinder- bzw. Schülerbetreuungsplätze ebenso wie leistbare Wohnmöglichkeiten im Umfeld des ausgeübten Pflegeberufs weitere Rahmenbedingungen.

„Krankheitsbilder werden komplexer und Menschen werden älter“, erklärte die Geschäftsführerin des Landesverbands, Angela Jäger, eine der zentralen Herausforderungen. Künftig werde die Zusammenarbeit der Pflegeteams verstärkt notwendig sein, genauso wie das Zusammenwirken vieler Systempartner. Als Beispiel wurde die Palliativpflege zu Hause genannt. Hier hat der Landesverband der Hauskrankenpflege gemeinsam mit Hospiz Vorarlberg und mit der connexia das Projekt
„Hospizkultur und Palliative Care zuhause“ gestartet. Dabei ist das Ziel, schwerkranke und sterbende Menschen im häuslichen Umfeld zu begleiten und zu versorgen.

Obmann Wolfgang Rothmund verdeutlichte, wie wichtig es ist, attraktive Arbeitsplätze zu schaffen und gute Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten.
Obmann Wolfgang Rothmund verdeutlichte, wie wichtig es ist, attraktive Arbeitsplätze zu schaffen und gute Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten.

Thema Pandemie

Auch der Herbst und Winter 2021/22 war covidbedingt herausfordernd. Durch die Omicron-Variante war die Infektionsrate in den einzelnen Vereinen noch höher als zuvor. So manches Pflegeteam kam an die Kapazitätsgrenze oder fiel vorübergehend ganz aus. „Wir möchten uns herzlich für die über die einzelnen Krankenpflegevereine hinaus erfolgte Zusammenarbeit bedanken, ebenso für die Bereitschaft jedes Einzelnen, den gestiegenen Bedarf abzudecken. So ist es uns gelungen, gut für alle Patienten zu sorgen“, lobte Angela Jäger den Einsatz.

Landessozialrätin Katharina Wiesflecker nutzte den Anlass, ihre Wertschätzung für die ambulanten Pflegekräfte und deren wichtige Arbeit auf der Generalversammlung zum Ausdruck zu bringen. In der pandemiebedingt erschwerten Zeit gelte ihr herzlicher Dank allen für ihre Bereitschaft, mit Mehrarbeit den Bedarf abzudecken. Auf das Halten von Pflegekräften müsse in Zukunft ein noch stärkerer Augenmerk gelegt werden. Das beschlossene Pflegepaket des Bundes wurde als sinnvoller Schritt in diese Richtung begrüßt, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

GF Angela Jäger und  Andrea Bodemann mit Obmann Wolfgang Rothmund und Sabine Fenkart.
GF Angela Jäger und Andrea Bodemann mit Obmann Wolfgang Rothmund und Sabine Fenkart.

Neuwahlen

Auf der Generalversammlung stand die Neuwahl von zwei Beiräten in den Vorstand auf der Tagesordnung. Gewählt wurden Ursula Doringer (Obfrau KPV Bregenz) und Sigfried Hartmann (Obmann KPV Rankweil). Obmann Rothmund bedankte sich bei den scheidenden Beiräten Armin Greußing (Obmann KPV Bregenz, sieben Jahre im Vorstand) sowie bei Herwig Thurnher (zwölf Jahre im Vorstand) für die Mitgestaltung der Hauskrankenpflege in Vorarlberg im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit im Landesvorstand über viele Jahre. Ebenso ging ein herzlicher Dank an Dietmar Illmer, langjähriger Fachbereichsleiter für mobile Betreuung und Pflege, der seine Aufgabe noch im Mai an Iris Grabher-Redlinger übergeben wird. HE