Wo es dem „Unkraut“ an den Kragen ging

Heimat / 26.05.2022 • 14:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die ehrenamtlichen Helfer leisteten großen Einsatz mit Pickel und Hacke.<span class="copyright">est</span>
Die ehrenamtlichen Helfer leisteten großen Einsatz mit Pickel und Hacke.est

Die Alpe Spora lud zum alljährlichen Frühlingsputz.

Tschagguns Wie alle Jahre um diese Zeit lud kürzlich die Alpe Spora zum ehrenamtlichen Jäten ein. Der Aufforderung folgten etwa 20 Personen. Dabei galt es vor allem dem giftigen Weißen Germer an seine Wurzeln zu gehen und diesen auszurotten. Ebenso nicht weniger bescheiden giftig ist das Alpenkreuzkraut. Die beiden krautigen Gewächse sind für Tiere und für den Menschen von der Wurzel bis zur Blüte giftig. Durch die enthaltenen Alkaloide kann es zu starken Vergiftungserscheinungen kommen und im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Zudem rauben sie dem kargen Alpboden wichtige Nährstoffe.

„Dadurch, dass wir diese Aktion jährlich starten, können wir bereits gute Erfolge verzeichnen. Die Pflanzen kommen kaum mehr zur vollen Blüte wie früher und können sich dadurch nicht mehr so vermehren“, erklärt Alpmeister Markus Netzer. Neben Landwirten und Freunden der Alpe griffen alle Anwesenden zu Pickel und Hacke. Auch die Kinder Pius, Arthur, Magdalena und Valentina waren mit von der Partie.

Die Helfer lassen sich ihre Jause schmecken.
Die Helfer lassen sich ihre Jause schmecken.

Überraschender Besuch aus Wien

Matthias Beitl aus Wien weilte gerade in Schruns. Er erfuhr durch die Zeitung von der Aktion und packte auch gleich mit an. Sein Großvater war der bekannte Heimatforscher und Schriftsteller Richard Beitl (1900–1982) aus Schruns. Seine bekannten Romane sind „Joringla“ und „Angelika“ sowie Sagen und Märchen aus dem Montafon. Matthias Beitl hat seine Wurzeln in Schruns, deren er sich auch gerne erinnert. „Ich freue mich immer darauf, einen sinnvollen Beitrag, wie diese Aktion, leisten zu dürfen. Vor vielen Jahren half ich auch schon mal mit“, erinnert sich der Wiener.

Großes Dankeschön

Als krönenden Abschluss gab es ein gschmackiges Älpler Essen, zubereitet von Grillmeister Helmut Peter aus Bludenz. „Ein herzliches Vergelt’s Gott an euch alle. Wir sind sehr froh über jeden Einsatz auf der Alpe“, lobte Obmann Ludwig Kieber die ehrenamtlichen Alpenfreunde. Peter Bahl, selbst ein Sponsor der Alpe Spora, überreichte ein besonderes Mitbringsel: einen Karton von seinen handgefertigten Holzspänen für alle fleißigen ehrenamtlichen Helfer, die an diesem Tag anpackten. EST