Norbert Dehmke: “Wichtig ist die unablässige Improvisation”

Kultur / 13.06.2022 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Everything for the Cat“ lautet der Titel der neuen CD von Norbert Dehmke. <span class="copyright">TaS</span>
„Everything for the Cat“ lautet der Titel der neuen CD von Norbert Dehmke. TaS

Der Musiker Norbert Dehmke hat die 21. CD produziert und steht nun wieder auf der Bühne.

Feldkirch Norbert Dehmke (geb. 1956) studierte Flöte am Landeskonservatorium und bildete sich auf dem Saxophon u.a. bei Leszek Zadlo und Benny Bailey weiter. Neben der Tätigkeit in unterschiedlichsten Bands und Ensembles in Deutschland, Österreich und der Schweiz wirkte er bei Rundfunk- und Fernsehproduktionen mit und spielte bisher 21 CDs ein.

Wie sieht Ihre aktuelle Tätigkeit als Musiker und Musikvermittler aus? Wo liegen Ihre Schwerpunkte?
Meine musikalische Tätigkeit erstreckt sich von eigenen Projekten (RaDeHo, „Special Choice“, SaxDotCom, u.a.) auch auf Engagements als Sideman in verschiedenen anderen Projekten, z.B. bei Peter Madsens CIA, der Funkband Organic Stuff und anderen. Ich habe viel Freude mit diesen unterschiedlichen Musikprojekten und möchte keines davon missen.

Seit wann gibt es Ihre neue Formation RaDeHo und wie haben Sie sich gefunden?
Mit Klaus Raidt und Markus Holzmaier spiele ich seit Jahren immer wieder in unterschiedlichen Ensembles zusammen. RaDeHo entwickelte sich vor etwa 4 Jahren aus der Standard-Formation „Swing Unit“. Wir hatten die Idee, neben dem Jazz-Standard-Programm von „Swing Unit“ eine Linie mit ausschließlich eigenen und spontan improvisierten Stücken zu kreieren. Diese läuft jetzt unter dem Namen „RaDeHo“.

„Everything for the Cat“ ist die erste gemeinsame CD, die nun präsentiert wird. Wie würden Sie die Musik beschreiben?
Es ist eine Mischung aus unterschiedlichen Richtungen des modernen Jazz. Dabei haben Latin-Elemente genauso Platz wie Reggae, Funk, jazzige Einflüsse, etc. Wichtig ist auch die im Jazz unablässige Improvisation und so sind die spontan improvisierten Stücke auf der CD entstanden.

RaDeHo, das sind  Klaus Raidt, Markus Holzmaier und Norbert Dehmke.<span class="copyright"> tas</span>
RaDeHo, das sind Klaus Raidt, Markus Holzmaier und Norbert Dehmke. tas

Wie haben Sie die Pandemie-Zeit erlebt?
Es war eine Durststrecke – vor allem für öffentliches Spielen, in dieser Zeit war meine Konzerttätigkeit stark verringert. Aber in dieser „Ruhezeit“ entstanden auch eine Reihe neuer Kompositionen und 3 CDs: Da ist als Erstes die CD mit RaDeHo – Everything for the Cat. Zum anderen habe ich mit der Formation „Special Choice“ die CD „My New Standard“ eingespielt. Außerdem kam noch eine CD mit dem oben erwähnten Saxophon-Quartett „SaxDotCom“ – Vol. 1 heraus. Beide Ensembles waren auch schon im Theater am Saumarkt zu hören. Also irgendwie auch eine künstlerisch sehr produktive Zeit für mich, trotz dieser sehr schwierigen Bedingungen.

Dietmar Kirchner, der im Saumarkt Konzertprogramme verantwortet, wird beim nächsten Auftritt dabei sein. Wie passt er dazu?
Ich lernte Dietmar schon in den 1990er-Jahren in „Mahdi Milla‘s Rhythm‘n‘Jazz-Company“ kennen und schätze ihn neben seiner Tätigkeit als Komponist, als hervorragenden Bassisten und Improvisator. Auch Klaus Raidt und Markus Holzmaier spielten immer wieder in verschiedenen Bands mit ihm. So war es naheliegend, ihn für die Präsentation unserer CD einzuladen. Wir möchten uns herzlich bei Dietmar für seine Mitwirkung an unserem Konzert im Saumarkt bedanken.

Welche musikalischen Pläne haben Sie für die nähere Zukunft?
Da ist als Erstes die musikalische Weiterarbeit mit den genannten Ensembles. Dann habe ich ein Duo mit meiner Frau Veronika Ortner-Dehmke. Zum anderen geht die Zusammenarbeit mit dem Pantomimen und Clown Thiemo Dalpra weiter, hier findet ein „Sitzkissenkonzert“ am 25. Juni im Kinderhaus in Kennelbach statt. Und am selben Tag treten wir bei der Literatur+Musik-Nacht in der „Artenne“- Nenzing mit Swing Unit auf. sab

Konzert von RaDeHo mit Klaus Raidt, Norbert Dehmke, Mark Holzmaier sowie Dietmar Kirchner am 15. Juni, 19.30 Uhr, im Theater am Saumarkt in Feldkirch.