Luaga & Losna: Subtiler Humor zum Thema Konsumverhalten beim Kindertheaterfestival

Kultur / 25.06.2022 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Kernbotschaft von "TRASHedy" lautet: Alles, was wir tun, hat irgendwo Auswirkungen.<span class="copyright">Bischof</span>
Die Kernbotschaft von "TRASHedy" lautet: Alles, was wir tun, hat irgendwo Auswirkungen.Bischof

Die Performance „TRASHedy“ hat bei Luaga & Losna überzeugt.<br> 

NENZING Beim Theaterfestival Luaga & Losna in Nenzing sind vor allem internationale Produktionen für ein junges Publikum angesagt. „Wir möchten trotz des kleinen Budgets qualitativ hochwertige und professionelle Veranstaltungen anbieten“, erklärt Festivalleiter Johannes Rausch. „Wir sind praktisch das ganze Jahr über damit beschäftigt, über Video die unterschiedlichsten Theaterproduktionen für Kinder und Jugendliche anzusehen. Es kommen Angebote selbst aus Russland oder Argentinien herein. Die Auswahl treffen wir dann nach inhaltlichen und ästhetischen, aber auch nach finanziellen Aspekten.“ In der 34. Ausgabe des renommierten Festivals sind im Programm drei Theatergruppen aus der Schweiz vertreten: „Wir kennen uns in der Schweizer Kulturszene sehr gut aus und unterhalten einen regen Kontakt. Es erstaunt mich immer wieder, was für spannende Produktionen dort entstehen.“

Alles hat eine Auswirkung

Am Freitag war die Gruppe Tanzhaus aus Deutschland mit dem Stück “TRASHedy” zu sehen. Im Mittelpunkt dieser kurzweiligen Aufführung für Kinder ab elf Jahren standen die Themen Konsumverhalten und Umweltschutz. Die beiden Schauspieler Julia Mota Carvalho und Daniel Mathéus zeigten in einer eindrucksvollen Performance unterschiedlichste Zugänge zu dieser Thematik. Mit Hilfe von animierten Zeichnungen, die auf einer großflächigen Tafel mitten auf der ansonsten schwarz gehaltenen Bühne präsentiert wurden, Tanz und Klangcollagen wühlten sich die beiden Darsteller gekonnt durch die Komplexität des Themas „ökologische Intelligenz“. So war am Beginn des Stücks Vogelgezwitscher zu hören, auf der Tafel wurden zeichnende Hände gezeigt, die verschiedene Versatzstücke immer wieder neu ordneten. Hände spielten auch in der ersten Sequenz der Aufführung eine tragende Rolle: in den Bewegungen und Berührungen der beiden Schauspieler. Alsbald wurde der Bühnenboden mit dem immer schneller werdenden Auswurf von roten Plastikbechern überzogen. Mit wenigen Worten und einer ganz eigenen Dynamik wurden auf recht anspruchsvolle Weise die Themeninhalte vermittelt.

Das Theatergeschehen verlagerte sich auch immer wieder in den Besucherraum, was bei den jungen Besuchern sehr gut ankam. Zwischendurch nahmen Mathéus und Carvalho auf Stühlen Platz und reflektierten über den Inhalt und die Entstehungsgeschichte des Stücks. Ein Highlight bildete ein Quizspiel, bei dem die Fragestellungen immer schneller wurden und sich schlussendlich überlappten – eine gekonnte Metapher für die Schnelllebigkeit der Zeit und die ungedämmte Informationsflut, die die Menschen überspült. Was auf jeden Fall allen Besuchern klar wurde und die Kernbotschaft bildet war: Alles, was wir tun, hat irgendwo auf der Welt Auswirkungen. BI