Stehende Ovationen bei der Schubertiade

Kultur / 26.06.2022 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bariton Konstantin Krimmel und Pianist Daniel Heide. <span class="copyright">Schubertiade</span>
Bariton Konstantin Krimmel und Pianist Daniel Heide. Schubertiade

Schuberts “Winterreise” mit Konstantin Krimmel und eine Klaviermatinee mit Lucas und Arthur Jussen.

Schwarzenberg Sie ist, wenn man das so salopp formulieren will, schon ein ordentliches Ding, diese „Winterreise“ von Franz Schubert, wie sie zuletzt bei der Schubertiade in Schwarzenberg zu erleben war. Viel Existenzielles schwingt in diesen Liedern mit.

Die „Winterreise“ verlangt jedem Interpreten Respekt ab. Umfang, emotionale Intensität und das Niveau der Komposition an sich verlangen nach Meistern ihres Faches. Die fanden sich mit dem rumänischen Bariton Konstantin Krimmel und dem deutschen Pianisten Daniel Heide. Dass hier auswendig musiziert wurde, gehört bei der Schubertiade zum guten Ton. Heide ist ein sicherer und unglaublich sensibler Partner am Flügel. Krimmel färbt die Lieder in unaufdringliche, aber stets präsente Dramatik. Überzeugend in Sprache, Ausdruck und Musikalität, verzeiht man auch gerne die winzigen Textunsicherheiten.

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Schubertiade

Der Applaus, mit dem die beiden Interpreten am Schluss vom Publikum im Angelika-Kauffmann-Saal buchstäblich umarmt wurden, spricht für sich.

Mehr davon, bitte

Eines kann man gleich vorneweg sagen: Wer sich die Klaviermatinee mit Lucas und Arthur Jussen bei der Schubertiade in Schwarzenberg entgehen ließ, der hat definitiv etwas verpasst. Die beiden Brüder aus den Niederlanden zauberten einfach Wunderbares an den Tasten. Zu hören gab es Mozarts Sonate in D-Dur, KV 381, Felix Mendelssohn Bartholdys Andante und Allegro brillante A-Dur, op. 92 setzen die beiden zudem auf ihr Konzertprogramm. Und natürlich Schubert! Den „Lebensstürmen“ konnte man lauschen oder den acht Variationen über ein Thema aus der Oper „Marie“, oder zum Schluss der Fantasie in f-Moll, D 940. Es war ein tolles Programm, ein anspruchsvolles, wie es sich für die Schubertiade gehört.

Lucas und Arthur Jussen. <span class="copyright">Schubertiade</span>
Lucas und Arthur Jussen. Schubertiade

Auswendig musizierend lösten Lucas und Arthur Jussen ein, was ihr Ruf dem Publikum versprach. So vertieft, so hingebungsvoll sie sich während des Musizierens auf das Zwiegespräch mit der Komposition einließen, genauso schelmisch löste sich die Konzentration in den kurzen Pausen auf. Man merkte, hier arbeiten zwei miteinander, die einander blind vertrauen. Der Applaus wollte kein Ende nehmen. Es war ein bereicherndes Musikerlebnis. Ganz Schubertiade eben. Veronika Fehle

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Schubertiade