Schülerbetreuung stellt Rankweil vor Herausforderungen

VN / 14.07.2022 • 14:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Immer mehr Interesse verzeichnet die Schülerbetreuung in Rankweil. Das stellt die Marktgemeinde vor diverse Herausforderungen. <span class="copyright">Marktgemeinde</span>
Immer mehr Interesse verzeichnet die Schülerbetreuung in Rankweil. Das stellt die Marktgemeinde vor diverse Herausforderungen. Marktgemeinde

Bericht zeigt, dass Betreuungsstunden, Zahl der Kinder und Mittagessen in den letzten zehn Jahren stark gestiegen sind.

Rankweil Innerhalb von zehn Jahren sind die Betreuungsstunden, die Zahl der Kinder sowie die gebuchten Mittagessen in Rankweils Volks- und Mittelschulen stark angestiegen, wie die Marktgemeinde in einer Aussendung mittelt. Der kürzlich veröffentlichte Bericht zur Schülerbetreuung in Rankweil zeigt in allen Bereichen nach oben: An der Volksschule Montfort haben sich die Betreuungsstunden von 1593 auf 3811 Stunden mehr als verdoppelt, in der Mittelschule von 117 auf 402 Stunden fast vervierfacht, ebenso wie an der Volksschule Brederis wo ein Anstieg von 243 auf 1012 Stunden verzeichnet wurde. Doch nicht nur mehr Zeit wird aufgewendet, sondern auch die Anzahl der betreuten Schüler ist gestiegen. Waren es im Jahr 2012 noch 103 sind es heute 229 Kinder und damit um 222 Prozent mehr. Parallel dazu ist auch die Anzahl der Mittagessen von jährlich 5574 auf 11.687 gestiegen.

Noch ist der Betreuungsschlüssel ausreichend, doch die Verantwortlichen müssen sich rechtzeitig vorbereiten.

Katharina Wöß-Krall, Bürgermeisterin der Marktgemeinde Rankweil

Neues Gesetz

Diese Zunahme stelle alle Beteiligten hinsichtlich Räumlichkeiten, Mittagessen und Betreuung vor große Herausforderungen wie die Marktgemeinde betont und ein Ende sei nicht in Sicht. Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall ist überzeugt, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird: „Der steigende Bedarf an Betreuungsplätzen ist einerseits der gesellschaftlichen Entwicklung geschuldet, andererseits verleiht das kommende Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz dieser Entwicklung einen weiteren Anschub.“ Dadurch haben die Gemeinden ab dem Schuljahr 2024/25 somit einen Versorgungsauftrag für alle Sechs- bis Zehnjährigen. „Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, rechtzeitig die räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen“, wie Wöß-Krall erklärt. Bei Neubauten wird daher automatisch eine Mittags- und Nachmittagsbetreuung eingeplant. Und auch bei Umbauarbeiten, wie aktuell bei der Volksschule Montfort, werden entsprechende Räumlichkeiten geschaffen.

Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall ist überzeugt, dass der Bedarf weiterhin steigen wird.
Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall ist überzeugt, dass der Bedarf weiterhin steigen wird.

Herausforderung Mittagessen

Zusätzlich zum steigenden Raumbedarf sind auch Investitionen in die Zubereitung von gesunden und ausgewogenen Mittagessen und die damit verbundene Logistik notwendig. „In Rankweil werden alle Mahlzeiten für die Schülerinnen und Schüler der Küche des Sozialzentrums Haus Klosterreben frisch zubereitet. Doch auch dort sind die Kapazitäten am Limit. Schließlich kommen dazu täglich noch mehrere hundert Mahlzeiten alleine für die Bewohner und die Bezieher von Essen auf Rädern. Auch hier laufen Planungen, wie wir die Kapazitäten ohne Qualitätsverlust erweitern können“, erklärt Wöß-Krall. Ein Mittagessen kostet die Eltern derzeit fünf Euro und wird preislich von der Marktgemeinde gestützt.

Die Personalkosten der Schülerbetreuung werden zu 60 Prozent vom Land und zu 40 Prozent von der Gemeinde getragen. Die Landesförderung wird ab einer Gruppengröße von sieben Kindern gewährt. „Noch ist der Betreuungsschlüssel ausreichend, doch auch hier werden sich die Verantwortlichen auf die bevorstehenden Entwicklungen rechtzeitig vorbereiten müssen“, so Wöß-Krall abschließend.