Diesem Ex-Profi macht der Fußball noch viel Spaß

Sport / 17.07.2022 • 20:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Lediglich sechs Gegentore erhielt Martin Kobras im Frühjahrsdurchgang der VN.at-Eliteliga. Nach dem Titel geht es für ihn in die erste volle Saison bei Rotenberg. <span class="copyright">Steurer</span>
Lediglich sechs Gegentore erhielt Martin Kobras im Frühjahrsdurchgang der VN.at-Eliteliga. Nach dem Titel geht es für ihn in die erste volle Saison bei Rotenberg. Steurer

VN.at-Eliteliga/Saisonvorschau, Teil 1: Rotenbergs Torhüter Martin Kobras über den Titelgewinn und die Vorzüge des Amateurfußballs.

Lingenau, Langenegg „Als ich zu Rotenberg gewechselt bin, hat es geheißen, dass es möglich ist, dass vier Teams absteigen.“ Gekommen ist es für Martin Kobras anders. Abgestiegen sind nur die Austria Lustenau Amateure, der FC Rotenberg hingegen krönte sich am 18. Juni vor rund 500 mitgereisten Fans mit einem 3:0-Erfolg gegen Admira Dornbirn in Lauterach zum ersten Vorarlberger Amateurmeister. Ein denkwürdiges Datum, wie auch der Torwart bestätigt. „Der Verein ist noch jung, das war die erste Saison, die wir fertiggespielt haben. So ein Erfolg war sicher nicht zu erwarten. Ich denke, auch für den ganzen Bregenzerwald war das ein tolles Zeichen, dass man als Verein sowas erreichen kann.“ Und auch für Kobras selbst habe ein schweres Jahr so einen schönen Abschluss gefunden.

Genießt jetzt auch ein wenig Freizeit: Student Martin Kobras. <span class="copyright">VN-Lerch</span>
Genießt jetzt auch ein wenig Freizeit: Student Martin Kobras. VN-Lerch

„Es hat sich für mich auf jeden Fall ein bisschen wie Heimkommen angefühlt.“
Martin Kobras

Martin Kobras über den Wechsel zu Rotenberg

Mit mehr Freiheiten

Im Amateurfußball habe er sich recht schnell eingelebt, vom Profidasein würde er eigentlich nicht so viel vermissen, meint der Ex-Altach-Keeper. Freizeit habe er früher vielleicht mehr gehabt, das Lehramtsstudium, das Kobras aktuell absolviert, sei schon intensiv. Das Gespräch mit den VN findet direkt nach Ferienbeginn eine Stunde nach der letzten Klausur des Semesters statt.
Dennoch findet Kobras viele Vorteile an seiner jetzigen Situation: „Du hast nicht den ständigen Konkurrenzkampf. Wenn ein Kind krank ist, fehlst du halt mal bei einem Training.“ Der Druck sei klarerweise kleiner, die Geselligkeit groß. Was auch positiv sei: „Ich muss etwa nicht nachdenken, ob ich wegen möglicher Verletzungen Skifahren darf oder nicht. So Sachen, wo du als Profi immer im Hinterkopf hast, dass du die Verantwortung dem Verein gegenüber hast, weil es einfach auch um Existenzen geht.“ Die Wertschätzung sei bei seinem Heimatverein ohnehin sehr groß. Es habe zwar im Winter auch Gespräche mit anderen Amateurklubs gegeben. „Es wäre aber komisch gewesen, wenn ich mit einem anderen Verein gegen Rotenberg gespielt hätte. Das hätte sich wahrscheinlich nicht so gut angefühlt“, erklärt er das Rotenberg-Engagement. Ob es sich für ihn als Lingenauer ein wenig wie Heimkommen angefühlt habe? „Ja, auf jeden Fall.“

<p class="caption">Lauterachs Maurice Mathis scheitert an Martin Kobras, nur Zuseher ist Defensivman Gil. <span class="copyright">VN-Lerch</span></p>

Lauterachs Maurice Mathis scheitert an Martin Kobras, nur Zuseher ist Defensivman Gil. VN-Lerch

Defensive als Prunkstück

Auch in sportlicher Hinsicht wussten Kobras und seine Vorderleute zu überzeugen. Vor allem die Defensive entwickelte sich zum Rotenberger Prunkstück, im Frühjahrsdurchgang kassierte man nur sechs Gegentore. „Natürlich hat Martin einen großen Anteil daran, sowohl spielerisch als auch durch sein Coaching von hinten. Aber das wäre zu einfach, es auf ihn zu beschränken“, erklärt sein Trainer Jürgen Maccani. Es habe alles zusammengepasst, die Mannschaft sei immer stärker geworden. Auch Kobras sieht das ähnlich: „Ich allein kann ja nicht zu null spielen.“ Man habe eine extrem starke Defensive gehabt, die nur wenige Chancen zugelassen habe. Das müsse auch weiterhin die Basis sein, so Kobras. „Dann werden wir auch unsere Punkte holen.“

Martin Kobras gegen Lauterachs Kevin Prantl. <span class="copyright">VN-Lerch</span>
Martin Kobras gegen Lauterachs Kevin Prantl. VN-Lerch

Bis die Knochen schmerzen

Kobras hat jedenfalls noch nicht genug vom Fußball. „Mir taugt es, im Land herumzukommen. Man trifft viele Leute, die man kennt. Ich spiele einfach gerne Fußball, muss man auch sagen“, sagt er lachend. Und solange diese Freude da sei und ihm nicht alles weh tue, spiele er auch. FB