Hans-Peter Metzler: „Indexanpassung ist absolutes Ziel“

Kultur / 29.07.2022 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Festspielpräsident Hans-Peter Metzler: „Die Gespräche zur Finanzierung sind für den Herbst terminisiert.“ <span class="copyright">VN/kh</span>
Festspielpräsident Hans-Peter Metzler: „Die Gespräche zur Finanzierung sind für den Herbst terminisiert.“ VN/kh

Der Präsident der Bregenzer Festspiele wird im Herbst Gespräche mit dem Bund aufnehmen.

Bregenz Nachdem die Eröffnungsreden nun gehalten sind, nachdem Politikerinnen und Politiker, wie auch Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer, den hohen Wert von Kunst, Kultur und Bildung eigens betont hatten, steht für Hans-Peter Metzler, dem Präsidenten der Bregenzer Festspiele, außer Frage, dass im Herbst die Subventionierung des Kulturanbieters in Vorarlberg thematisiert wird.

„Die letzte Erhöhung liegt bereits mehrere Jahre zurück“, betonte er im Gespräch mit den VN: „Die Teuerung ist da, sie betrifft uns alle, allerdings muss man sehen, dass der Fiskus da ordentlich mitschneidet. Vor allem auch bei den Energiekosten.“ Die Subventionen, die die Bregenzer Festspiele vom Bund, dem Land Vorarlberg und der Stadt Bregenz erhalten, betragen insgesamt 6,94 Millionen Euro.

Studien zur Umwegrentabilität sowie zu Steuermitteln, die an die öffentliche Hand zurückfließen, weisen das Unternehmen als großen Geldbringer aus. Das aber nur nebenbei. Die Indexanpassung ist für Metzler genauso ein Thema wie die kalte Progression, „sie ist ein absolutes Ziel“.

Die Sanierung ist ein anderes Thema

Wobei Metzler erneut klarstellt, dass jener Betrag, den der Bund, das Land Vorarlberg und die Stadt Bregenz nur für die Sanierung des Festspiel- und Kongresshauses bereitstellen, nicht den Programmsubventionen hinzuzurechnen ist. Die Sanierung ist Ende des Jahres 2024 abgeschlossen, wurde in erster Linie aufgrund von Behördenauflagen notwendig und führt zu Aufträgen an regionale Unternehmen. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 60 Millionen Euro. Dem Subventionierungsschlüssel entsprechend, wird der Bund einen Teil des Betrages übernehmen. Er finanziert im Übrigen auch die Sanierung der Salzburger Festspielhäuser mit. Dort wird von einer Summe in der Höhe von 330 Millionen Euro gesprochen. Der Salzburger Plan sieht zudem den Bau einer weiteren Bühne vor.

"Madame Butterfly", auf der Seebühne vom Publikum mit Standing Ovations bedacht, musste leider einmal wegen Regens unterbrochen werden und einmal komplett ins Haus verlegt werden. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
"Madame Butterfly", auf der Seebühne vom Publikum mit Standing Ovations bedacht, musste leider einmal wegen Regens unterbrochen werden und einmal komplett ins Haus verlegt werden. VN/Paulitsch

Interessante Erwähnung in Salzburg

Dass das Programm der Bregenzer Festspiele neben den großen Inszenierungen auf dem See immer wieder Wiederentdeckungen von Werken enthält, hielt der Schriftsteller Ilija Trojanow im Rahmen seiner Festrede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele im Übrigen für besonders erwähnenswert. Der in der Sowjetunion lange verfolgte Komponist Miezcyslaw Weinberg (1919–1996) erfuhr durch die szenische Erstaufführung seiner Oper „Die Passagierin“ in Bregenz erst internationale Bekanntheit. Die Inszenierung von David Pountney wurde an mehreren Opernhäusern in Europa sowie in den USA gezeigt.

Die diesjährige Hausopernproduktion „Sibirien“ von Umberto Giordano kommt im Übrigen nach Bonn. Die Bregenzer Festspiele dauern noch bis 21. August. Neben den großen Opernproduktionen und Konzerten ist unter anderem auch noch die Uraufführung der Oper „Melencolia“ der deutschen Komponistin Brigitta Muntendorf vorgesehen.

Die Festspielproduktion "Sibirien" wird noch einmal in Bregenz aufgeführt und kommt danach ans Theater in Bonn. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Die Festspielproduktion "Sibirien" wird noch einmal in Bregenz aufgeführt und kommt danach ans Theater in Bonn. VN/Paulitsch