Wegen Kreditschuld in die Schweiz geflüchtet

VN / 02.08.2022 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der grundsätzlich geständige Angeklagte erklärte sich gegenüber Richterin Silke Sandholzer mit dem Urteil einverstanden. <span class="copyright">Vn/gs</span>
Der grundsätzlich geständige Angeklagte erklärte sich gegenüber Richterin Silke Sandholzer mit dem Urteil einverstanden. Vn/gs

Schwerer Betrug brachte 32-jährigem Familienvater gerichtliche Verurteilung ein.

Feldkirch Am Landesgericht wurde am Dienstagnachmittag ein 32-jähriger Lagerlogistiker mit deutscher Staatsbürgerschaft einvernommen. Das Gericht legte ihm schweren Betrug zur Last. Im Mai 2021 soll der Angeklagte einen Kredit von über 25.000 Euro bei der Bank Austria in Bludenz aufgenommen und lediglich drei der 120 Raten bezahlt haben.

Erinnerungslücken

An den Grund für die damalige Aufnahme des Kredites konnte sich der deutsche Staatsbürger aber nicht mehr erinnern. Richterin Silke Sandholzer erwähnte dabei gleich zu Beginn der Verhandlung, dass laut dem österreichischen Gesetz schon ab einem Schaden von 5000 Euro ein schwerer Betrug vorliegt, es sich bei ihm aber um eine wesentlich höhere Summe handle. Die Richterin fragte ihn: „Bekennen Sie sich schuldig?“ Darauf der Angeklagte: „Natürlich schuldig. Aber irgendwie auch teilweise schuldig . . .“

Bankberaterin nicht informiert

Um es zu klären, sei er den geforderten Rückzahlungen bei der Bank Austria zwar nachgegangen, allerdings bei der Telefonleitung des Geldinstituts nicht durchgekommen. Mit der Zeit habe er die Kreditschuld schließlich vernachlässigt, räumt er ein. Auf die Frage der Richterin, ob der 32-Jährige in diesem Zeitraum irgendwelche Schulden gehabt habe, erzählte dieser, dass er dem Vermieter der damaligen Wohnung 3000 Euro und restliche Schulden für das Auto bezahlen musste. Auch über den Umzug in die Schweiz und den Jobwechsel in die Schweiz soll er seine Bankberaterin nicht informiert haben. „Meine Bankberaterin war nicht mehr da, also konnte ich auch niemand über den Jobwechsel informieren“, betont der Vater eines Kleinkindes.

Zeugin per Video einvernommen

Als Zeugin per Video zugeschaltet wurde nun eine Salzburger Angestellte der Bank Austria. Diese bestätigte die Kündigung der damals verantwortlichen Bankberaterin. Sie berichtete allerdings, dass der Wohnsitz, das aufrechte Beschäftigungsverhältnis und die Leistbarkeit des heute Angeklagten stets geprüft wurden.

„Wenn allerdings keine Raten mehr kommen, werden Mahnungen an die uns bekannte Adresse geschickt und eine Mahngebühr fällt an“, erklärte die Bankangestellte. Nach einer kurzen Unterbrechung der Gerichtsverhandlung verkündete die Richterin das Urteil.

„Ja, dann schauen wir mal was auf mich zukommt“, meint der Beschuldigte vorher noch. Er wird im Sinne der Anklage schuldig gesprochen. Das Urteil lautete 360 Tagessätze zu je 25 Euro, sprich eine Strafe von 4500 Euro. Der Verurteilte erklärte sich damit einverstanden und bat um Ratenzahlung. VN-LEG