Klimaschutz ohne lästige Parkplatzsuche

Politik / 10.08.2022 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Klimaschutz ohne lästige Parkplatzsuche
VN, APA

Das Klimaticket motiviert auch in Vorarlberg immer öfter dazu, das Auto öfter stehenzulassen.

Bregenz „Wir sind große Fans vom Bodensee. Früher sind wir immer mit dem Auto gereist. Inzwischen fahren wir gemütlich mit dem Zug“, berichtet Birgit Zitt über die sommerlichen Ausflüge. Die 70-Jährige und ihr Ehemann haben zu Weihnachten das Klimaticket von ihren Kindern geschenkt bekommen und nutzen es regelmäßig.

„Wir genießen das: keine Parkplatzsuche. Für mich ist zudem auch wichtig, die Umwelt zu schonen.“ Mindestens zwei Mal pro Woche fährt die Bludenzerin nach Bregenz, ab und zu ins Montafon, um an der Ill entlangzuspazieren.

Birgit Zitt ist also glücklich mit Zug und Bahn unterwegs, wie wahrscheinlich auch einige der mehr als 70.000 Personen, die mit Stichtag 30. Juni ein Klimaticket Vorarlberg hatten. Hingegen besitzen in Vorarlberg erst 3400 Menschen das Klimaticket Österreich . Ein vergleichsweise niedriger Wert mit Blick auf andere Bundesländer. Insgesamt wurden bereits rund 170.000 österreichweite Klimatickets verkauft. Darüber informierte Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) Anfang August in einer Anfragebeantwortung. Die Zahl der verkauften Tickets steigt kontinuierlich an.

Umstieg vom Auto

Aus Klimaschutzgründen erfreulich: Viele Autobesitzer steigen wie Frau Zitt mit Klimaticket öfter auf öffentliche Verkehrsmittel um. Ein wesentliches Ziel des Klimatickets sei damit laut Gewessler gelungen: Die Verlagerung der Mobilität auf den öffentlichen Verkehr. Bei einer Befragung der Kundinnen und Kunden des Klimatickets habe sich gezeigt, dass eine sehr deutliche Mehrheit einen Führerschein besitzt, aber beabsichtigt, künftig Pkw-Fahrten vermehrt mit Klimaticket-Fahrten zu ersetzen. 77 Prozent gaben an, seit Ticketkauf den Öffentlichen Verkehr stärker zu nutzen. 85 Prozent gaben an, bereits Pkw-Fahrten mit dem Öffentlichen Verkehr ersetzt zu haben.

Mit 1. Jänner wurden in allen Bundesländern regionale Klimatickets eingeführt, die in zwei Verkehrsverbundregionen gelten. Ende Juli wurde im Ministerrat beschlossen, dass der Bund den Ländern weitere 80 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Ein Teil dafür soll für die Preissenkung der regionalen Klimatickets verwendet werden. Denn die Preise variieren in den Bundesländern aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen und liegen zwischen 365 und 695 Euro Vollpreis.

Erste Bilanz

Der Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV) zog im Juli eine erste Bilanz: 2021 wurden genau 71.877 Jahreskarten verkauft. Vor allem das neue Klimaticket erfreue sich großer Beliebtheit, berichtete VVV-Geschäftsführer Christian Hillbrand. In den ersten drei Monaten nach Verkaufsstart im vergangenen Oktober seien bereits 18.633 Klimatickets (2596 Klimatickets Österreich und 16.037 Klimatickets Vorarlberg) abgegeben worden. Die Steigerung zum Vergleichszeitraum 2020 mache insgesamt 24 Prozent aus. VN-JUS