Gericht: Junge Feuerwehrlerin soll gezündelt haben

VN / 16.08.2022 • 14:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Angeklagte kam mit 40 Stunden Sozialarbeit davon. <span class="copyright">Eckert</span>
Die Angeklagte kam mit 40 Stunden Sozialarbeit davon. Eckert

Teenager war verdächtig oft in Brandnähe, bestreitet jedoch, etwas angezündet zu haben.

Feldkirch Die Diversion, also eine Verantwortungsübernahme ohne Schuldspruch und Urteil, kommt bei Gericht häufig zum Tragen. Der Angeklagte muss sich nicht detailliert geständig zeigen, jedoch eine gewisse Verantwortung übernehmen und dafür beispielsweise Sozialstunden leisten. Für was die junge Feuerwehrlerin konkret die Verantwortung übernimmt, bleibt unklar, denn die Teenagerin bestreitet, irgendetwas angezündet zu haben. Allerdings war sie verdächtig oft in der Nähe von Brandherden im Vorarlberger Unterland. 9000 Euro Unkosten sind bei der schweren Sachbeschädigung entstanden. 7000 Euro kostete zum Beispiel das neue Weißeln der Fassade der Wohnanlage, wo das Mädchen selbst wohnt.

Fünf Vorfälle

Drei Mal musste die Feuerwehr gerufen werden, einmal war das Mädchen selbst als Teil dieser Organisation im Einsatz. Einmal gab es einen Brand in der Wohnanlage. Allerdings könnte sich auch ein Sack Erde durch Gärung auf dem Balkon selbst entzündet und den Papierstapel in Brand gesetzt haben.

Beim zweiten Punkt der Anklage fand man lediglich ein Stück verkohltes Papier im Lift der Siedlung, ein anderes Mal ein verkohltes Streichholz in einem Sozialzentrum, wo das Mädchen arbeitete. Vorfall Nummer vier betrifft einen brennenden Kinderwagen, ebenfalls in der Wohnanlage des Teenagers, Vorfall Nummer fünf einen verschmorten Handtuchspender im WC des Sozialzentrums.

Keine Brandstiftung

Brandstiftung wird nur angeklagt, wenn eine Feuersbrunst drohte. Das war in allen Punkten nicht der Fall, weshalb Sachbeschädigung angeklagt wurde. Weil der Schaden, vor allem das Malen von Fassaden und Wänden mit 9000 Euro recht kostspielig wurde, ist schwere Sachbeschädigung angeklagt.

Die vierzig Stunden Gratisarbeit kann die Unterländerin in einer Einrichtung wie Tierheim, Altersheim oder auch auf dem Wirtschaftshof leisten. Der Verein Neustart bemüht sich um eine entsprechende Vermittlung. Wird die Arbeit ordentlich geleistet, wird das Verfahren für immer eingestellt. Die Staatsanwältin erklärt, dass sie gerade noch bereit ist, die Sache ohne Vorstrafe zu erledigen. Von geringer Schuld könne nicht mehr die Rede sein, doch Richterin und Staatsanwältin drücken beide Augen zu. Beim nächsten Brand sollte die junge Florianijüngerin besser nicht in unmittelbarer Nähe des Brandherdes sein, sonst wird es eng.