Gericht: Lette wohnte einen Monat „gratis“ in Hotels

VN / 07.09.2022 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte wurde zu einer teilbedingten Haftstrafe von sieben Monaten verurteilt. <span class="copyright">Eckert</span>
Der Angeklagte wurde zu einer teilbedingten Haftstrafe von sieben Monaten verurteilt. Eckert

32-Jähriger ist nun noch kostenlos zwei Monate in der Justizanstalt untergebracht.

Feldkirch Begonnen hat alles mit einer Onlinebuchung in einer Pension am Arlberg. Dort sprach der Mann, der gerade Job und Freundin verloren hatte, sehr dem Alkohol zu. Er musste deshalb sogar mit der Rettung ins Spital nach Bludenz gebracht werden. Seiner Aussage nach hatte er sogar so etwas wie einen Herzinfarkt. Jedenfalls sei er aus dem Krankenhaus gekommen und auf der Straße gestanden, ohne zu wissen wohin. Da habe er einfach wieder übers Internet ein Hotel gebucht. Die erste Nacht habe er bezahlt, dann habe er immer wieder verlängert und am Schluss nichts mehr bezahlt.

Erst Lech, dann Bludenz

So ging das vier Wochen. Nach der Lecher Pension drei Hotels in Bludenz, wo der Mann in einem Viereinhalb-Sterne-Hotel logierte und es sich in einem anderen auch recht gut gehen ließ. Insgesamt entstand durch die Einmietbetrügereien ein Schaden von über 5000 Euro. Etwas über 2000 Euro Wiedergutmachung erkennt der Mann bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch an. Ob er irgendetwas bezahlen kann, ist mehr als fraglich, denn er hat mehr als 200.000 Euro Schulden. Ob die Objekte seines angeblichen Besitzes, nämlich ein Haus und ein Appartement in Lettland mit einem Gesamtwert von rund 150.000 Euro, überhaupt existieren, kann nicht so schnell nachgeprüft werden.

Zuletzt fand der Lette doch noch einen Job in einem Lecher Chalet. Er arbeitete als Hausmeister. Angeblich sei man ihm dort Geld schuldig geblieben. Als er dann hauseigenes Geld in die Hände bekam, habe er es einfach einbehalten, weil man ihm ja noch den Lohn geschuldet habe. Von den rund 2000 Euro seien vielleicht 400 Euro nicht gerechtfertigt, der Rest stünde ihm aber auf alle Fälle zu, so seine Angaben.

Zu Haftstrafe verurteilt

Da die ehemalige Dienstgeberin zurzeit im Urlaub ist, musste dieses Faktum der Veruntreuung ausgeschieden werden. Somit erging lediglich ein Schuldspruch wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs. Urteil: Sieben Monate teilbedingte Haftstrafe. 5000 Euro wurden für verfallen erklärt. Doch auch dieses Geld wird der Staat nie in die Hände bekommen. Am ersten Oktober wird der Insasse voraussichtlich aus der Haft entlassen, zwei Monate sind dann vorbei und die restlichen fünf sind auf Bewährung ausgesprochen worden. Einen Teilbetrag von über 2000 Euro erkennt der Mann an. „Ich war in einer traurigen Situation, hatte sogar Suizidgedanken, ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe“, so das Schlusswort des Letten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.