Gericht: Rätsel um falsch parkiertes Auto

VN / 12.09.2022 • 15:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
War sich keiner Schuld bewusst: Der Angeklagte bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">Eckert</span>
War sich keiner Schuld bewusst: Der Angeklagte bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Eckert

Freundin beschuldigte Partner zu Unrecht, ihren Wagen unerlaubt benutzt zu haben.

Feldkirch Dem 29-jährigen Arbeiter war in dieser Sache bereits ein außergerichtlicher Tatausgleich (Diversion) angeboten worden. Doch der bislang Unbescholtene lehnte ab. „Weil ich unschuldig bin“, wiederholte er mehrfach. Und er bekam Recht. Das Gericht sprach ihn nun nach einem Beweisverfahren vom Vorwurf des unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen frei und der junge Mann war sichtlich erleichtert. Heute, mehr als ein Jahr nach der Anzeige, war doch alles sehr verschwommen und unklar. Die Version des Angeklagten schien plausibel, das Gegenteil war jedenfalls nicht nachweisbar.

Konkrete Anschuldigungen

Begonnen hat alles im Sommer 2021, als seine damalige Freundin in den Urlaub gefahren war. Dort wurde die 28-Jährige von einer Nachbarin angerufen und darüber informiert, dass ihr Auto plötzlich auf einem falschen Parkplatz vor dem Haus stehe. Worauf die Fahrzeugbesitzerin annahm, dass ihr Freund, der einen Schlüssel zur Wohnung hatte, wohl den Zweitschlüssel entwendet haben musste. Vor der Polizei gab sie jedenfalls an: „Ich hatte den Reserveschlüssel in einem Umzugskarton versteckt, denn ich dachte mir, dass er mit meinem Auto fahren würde. Er durfte das ja nicht, denn er nahm Drogen und hatte keinen Führerschein“.

Weiters steht im Polizeiprotokoll, dass sie den Freund angerufen und zur Rede gestellt habe. Der habe erst alles abgestritten, dann aber eingeräumt, er habe mit dem Wagen Zigaretten geholt. Von diesen Angaben blieb im Prozess nur wenig übrig. Die inzwischen verstrichene Zeit scheint die Erinnerung verwässert zu haben.

Keine Zigaretten geholt

Der Angeklagte schildert vor Gericht eine andere Geschichte. Die Freundin habe ihn angerufen und gebeten, ihren Wagen um zu parkieren, weil er auf einem falschen Parkplatz stehe. Er habe daraufhin seine Schwester gefragt, die habe das Fahrzeug dann umgestellt. Das sei alles gewesen. Er sei keinesfalls damit herumgefahren. Und schon gar nicht zum Zigarettenholen. Der Automat sei ja höchstens 400 Meter entfernt, dorthin würde er ohnedies nicht mit dem Auto fahren.

Die Richterin hakt nochmals nach. Die Zeugin ist höchst unsicher, weiß nicht mehr, wie es genau war und räumt ein, dass sie vielleicht sogar selbst das Fahrzeug auf den falschen Parkplatz geparkt hatte. Jedenfalls ist alles nurmehr sehr schwammig in Erinnerung. Sie habe damals großen Stress gehabt, an Schlafmangel gelitten und vielleicht auch einiges falsch verstanden, so ihre Erklärung. Somit ergeht ein Freispruch.