Der Ländle-Apfel hat Saison

VN / 21.09.2022 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Evi Witzemann aus Lauterach freut sich über die ertragreiche Ernte. <span class="copyright">Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH</span>
Evi Witzemann aus Lauterach freut sich über die ertragreiche Ernte. Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH

Für den Obstbau war 2022 ein gutes Jahr in Quantität und Qualität.

Höchst Endlich ist er wieder da: Der Ländle-Apfel. Zehn Obstbauern sind es, die ihn unter strengen Richtlinien und der Kontrolle des Ländle-Gütesiegels anbauen.

Obwohl einzelne Betriebe im Frühjahr durch Hagelschläge starke Einbußen erlitten haben, kann eine überdurchschnittliche Erntemenge von etwa 450 Tonnen Ländle-Äpfeln erwartet werden. Im Vergleich dazu: 2021 waren es nur 305 Tonnen. Hinzu kommen etwa 125 Tonnen in Mostobstqualität, die zu Saft, Süßmost und Most, Obstbrand oder Obstessig veredelt werden.

Ein kleiner Nebenerwerbsbetrieb in Dornbirn kann heuer auch erstmals etwa drei Tonnen Ländle-Bioäpfel ernten. “Wir freuen uns sehr darüber, dass die Konsumentinnen und Konsumenten in Vorarlberg nun auch zu Bioäpfeln mit Ländle-Gütesiegel greifen können. Das ist eine schöne Erweiterung des Angebots”, erklärt Marcel Strauß, Geschäftsführer der Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH. Ulrich Höfert, Bereich Obstbaureferent der Landwirtschaftskammer Vorarlberg, freut sich und fügt hinzu: “Schnell sein lohnt sich, auf der Herbstmesse wurde bereits die Hälfte der Ernte verkauft.”

600 Apfelbäume

Zu den zehn Obstbauern, die den Ländle-Apfel anbauen, gehören auch Werner und Evi Witzemann aus Lauterach. Ihr großes Apfelbaumfeld haben sie allerdings in Höchst. Bereits in der dritten Generation baut die Familie Äpfel an. “Durch den Zukauf und Pachtungen von Anbauflächen können wir heute ein zwei Hektar großes Anbaufeld mit etwa 600 Apfelbäumen unser Eigen nennen”, erzählt Werner Witzemann stolz. Er hofft, dass seine beiden Söhne die Apfelplantage später übernehmen und in vierter Generation weiterführen. Bis dahin kümmert sich die vierköpfige Familie gemeinsam um die Apfelbäume. “Das ist ein großer Aufwand, immerhin machen wir das alle nebenberuflich.”

Evi und Werner Witzemann führen die Apfelplantage bereits in dritter Generation.
Evi und Werner Witzemann führen die Apfelplantage bereits in dritter Generation.

Das Obstjahr 2022 war für die meisten Betriebe erfreulich. Einzelne Frostnächte in der Blüte richteten keinen Schaden an. Vielmehr bremsten die niedrigen Temperaturen die Erreger des gefürchteten Feuerbrandes. Nach einem eher verregneten Frühjahr folgte ein warmer Sommer mit meist ausreichend Wasser. Dies führte zu einem guten Fruchtbehang mit großen Früchten. Durch die vielen kühlen Nächte der letzten Zeit sind Ausfärbungen und Aromatik ausgeprägt. “In einem Jahr, das enorme Kostensteigerungen für die Betriebe gebracht hat, ist diese Ernte besonders wichtig”, betont Jens Blum, Obmann der ARGE Erwerbsobstbauern.

Zahlen und Fakten

450 Tonnen Ländle-Äpfel in Tafelobstqualität werden heuer geerntet.

3 Tonnen kommen als Bioäpfel auf den Markt.

125 Tonnen werden zu Saft, Most, Obstbrand oder Obstessig veredelt.

15 Tonnen Tafeläpfel werden außerhalb des Ländle-Gütesiegelprogramms geerntet.

465 Tonnen beträgt die Gesamtapfelernte in Vorarlberg, das ist ein Plus von etwa 40 Prozent gegenüber 2021.