Gericht: Züchter ließ verseuchte Tauben fliegen

VN / 22.09.2022 • 17:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 56-jährige Angeklagte bei der Verhandlung vor Richterin Silke Sandholzer. <span class="copyright">vn/gs</span>
Der 56-jährige Angeklagte bei der Verhandlung vor Richterin Silke Sandholzer. vn/gs

Serbe wegen nicht artgerechter Haltung verurteilt. Was mit der Papageienkrankheit infiziertes Federvieh so gefährlich macht.

Feldkirch Der am Landesgericht angeklagte Serbe ist ein Taubenfreak. Auch wenn er auf seinem Bauernhof im Vorarlberger Oberland Enten und Hühner züchtet. Die Taubenhaltung ist seit 40 Jahren sein bevorzugtes Hobby, wie er gegenüber Richterin Silke Sandholzer sagt. Gleich eingangs der Verhandlung nach seinen Vermögenswerten befragt, antwortet der 56-Jährige: „Ein Haus, ein Auto und eine Frau …“.

Das geflügelte Hobby des Beschuldigten umfasste im vergangenen Jahr noch 95 Stück seiner gurrenden Lieblinge. Allerdings zusammengepfercht in drei viel zu kleinen Boxen. Dies wird von der Amtstierärztin als Zeugin bei der Verhandlung als die mögliche Ursache für den Ausbruch der Papageienkrankheit erwähnt.

„Verschnupft“

Zu der kam es im August vergangenen Jahres. Zwei Tauben bekamen Atemschwierigkeiten und wirkten „verschnupft“, so die Amtstierärztin über die Symptome. Schließlich verendeten sie. Sammelproben durch die Veterinärbehörden bei drei anderen Tauben bestätigten bei zwei Vögeln eine Infektion. Den Tauben wurde der Kopf abgeschlagen. Der beschuldigte Züchter ließ sie neben dem Gehege liegen.

Bei Verhandlungsbeginn behauptet der Serbe noch, damals nichts von der Krankheit gewusst zu haben. „Es war während dieser Sommermonate kalt und regnerisch. Deshalb sind die Tauben eingegangen“, beschwört er. Schließlich aber gibt er zu, doch über die Infektion mit der „Papageienkrankheit“ informiert gewesen zu sein. Und auch, dass er einige womöglich verseuchte Jungtauben gen Himmel flattern ließ. „Den Freiflug gewährt“, wie das amtlich heißt.

Auch für Menschen riskant

Womit er ein erhebliches Gefahrenpotential schürte. Denn die „Papageienkrankheit“ ist nicht nur unter Tieren ansteckend und gefährlich, sondern auch für Menschen riskant. Der 56-Jährige wird wegen nicht artgerechter Haltung und des Vergehens der „Gefährdung des Tier- oder Pflanzenbestandes“ zu einer unbedingten Geldstrafe in der Höhe von 3060 Euro (180 Tagessätze à 17 Euro) verurteilt.