Das empfiehlt der Mediziner bei 19 Grad am Arbeitsplatz

Gesund / 24.09.2022 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das empfiehlt der Mediziner bei 19 Grad am Arbeitsplatz
VN, CanvaKonzett warnt, dass man selbst aktiv werden kann und sollte.

So wirken sich 19 Grad Celsius am Arbeitsplatz auf die Gesundheit der Menschen aus.

von Matthias Rauch und Emilia Kennerknecht

Schwarzach Die ÖBB veröffentlichten am Montag, dass sie in Zukunft die Raumtemperatur in ihren Büroräumlichkeiten auf 19 Grad Celsius senken wollen. Aufgrund der drohenden Energiekrise dürften auch weitere Betriebe ihre Heizung herunterdrehen. Doch was macht das mit der Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

“Eine um ein Grad gesenkte Raumtemperatur bringt in keinem Fall eine erhöhte Infektanfälligkeit mit sich”, versichert Arbeitsmediziner Stephan Konzett gegenüber den VN. Kälte allein macht einen Menschen nicht krank. Eine Erkrankung wird immer durch eine Virus- oder Bakterieninfektion ausgelöst und nicht durch die Temperatur. Der Körper passt sich innerhalb weniger Wochen an eine geänderte Umgebungstemperatur soweit an, dass das menschliche Wohlbefinden wieder hergestellt ist.

“Daher kann man davon ausgehen, dass sich das Wohlbefinden wieder einstellt und man sich daran gewöhnt.”

Dr. Stephan Konzett

Auch der Allgemeinmediziner Karl-Heinz Grotti weiß, dass das wortwörtliche Arbeitsklima sich nicht für jeden Mitarbeiter gleich darstellt. Seine Empfehlungen: Sich bei der Kleidungswahl an einer Zwiebel zu orientieren. Mehrere dünne Kleidungsschichten erlauben eine stärkere Kontrolle über die Körpertemperatur als eine einzelne dicke Kleidungsschicht und wärmt meist besser. “Kalte Luft wird als trocken wahrgenommen, Luftbefeuchter sind jedoch eher schwierig”, warnt er. Zu schnell können diese zu einer Bakterienschleuder verkommen bei fehlender Pflege.

Trinken und bewegen

Einen größeren Einfluss als die Temperatur habe aber die Angst vor einer Infektion, warnt Konzett. Angst bedeutet Stress für unseren Körper, dieser schüttet verschiedene Hormone aus, unter anderem Cortisol. Stress macht Menschen damit wesentlich anfälliger für Krankheiten.

Sinn macht es für Konzett, sich in der Umgewöhnungsphase an das kühlere Büro etwa etwas wärmer zu kleiden oder warmen Tee zu trinken. Um die Abwehrkräfte zu stärken, empfehlen sich besonders Sport oder Kneippgänge. “Man sollte dem Körper durchaus Kälte oder Hitze zumuten”, verweist Konzett auf die Konzepte von Kneipp und empfiehlt beispielsweise Saunagänge.

Eventuell einmal, wenn es die Büroaustattung erlaubt, im Stehen zu arbeiten, sich mehr bewegen und Sport zu betreiben, hat für Konzett einen weiteren Vorteil: “Wenn man aktiv etwas unternehmen kann, wirkt sich dies stressmindernd auf den Menschen aus.” Schon die Möglichkeit, die Initiative zu ergreifen, stärkt das Immunsystem.


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