An den Haaren gerissen: Wilder „Zickenkrieg“ endete vor Gericht

VN / 25.09.2022 • 15:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Angeklagte hatte vorgeschriebene Sozialstunden teilweise versäumt und musste deshalb am Landesgericht Feldkirch vorstellig werden. <span class="copyright">symbol/hartinger</span>
Die Angeklagte hatte vorgeschriebene Sozialstunden teilweise versäumt und musste deshalb am Landesgericht Feldkirch vorstellig werden. symbol/hartinger

14-Jährige trat Kontrahentin in den Bauch und riss sie an den Haaren. Das hatte auch für sie selbst unangenehme Folgen.

feldkirch Um 10 Uhr Uhr sollte die Verhandlung gegen das angeklagte Mädchen am Landesgericht Feldkirch starten. Doch die Jugendliche ruft an, dass sie erst noch vom Bregenzerwald mit dem Bus nach Dornbirn und dann von Dornbirn mit dem Zug nach Feldkirch fahren müsse. Eine gute Stunde wartet das Gericht, bis der Teenager endlich mit viel Verspätung eintrudelt.

Der Sachverhalt ist klar. Ziemlich genau vor einem Jahr waren sich die damals 14-Jährige und ihre 15-jährige Bekannte in die Haare geraten. In Egg kam es kurz vor 10 Uhr abends zu einem wilden Gerangel. Immer wieder schnappte sich die Jüngere die Ältere und riss sie grob an den Haaren. Passanten gingen dazwischen, doch wenig später dasselbe Bild eine Bushaltestelle weiter. Wieder die beiden betrunkenen Mädchen, wie sie sich grob zankten.

Ordentlich betrunken

Beide Teenager hatten an jenem Abend an der Bregenzerache ordentlich „getankt“. Sie tranken Eristoff und Strongbow, schlussendlich brachte es die Angeklagte auf 1,2 Promille. Ihre Kontrahentin sogar auf 1,36 Promille. Als die Auseinandersetzung endlich vorbei war, hatte die 15-Jährige von den Ohrfeigen, dem Haarereißen und dem Tritt in den Bauch einige Schrammen, Prellungen und Abschürfungen an den Knien und Schienbeinen, am Rücken und am Hals davongetragen.

Weil die 14-Jährige spürte, dass es für sie rechtlich eng werden würde, versuchte sie zwei weitere Mädchen anzustiften, falsch auszusagen. Die Beiden sollten angeben, die andere hätte die Schlägerei angefangen, was nicht der Wahrheit entsprach. Rechtlich zählt dies als versuchte Anstiftung zur falschen Beweisaussage.

Sozialstunden geschwänzt

Eigentlich hatte der Teenager eine Chance bekommen, die Sache ohne Verurteilung zu bereinigen. Doch von den verlangten 48 Stunden im Sozialzentrum leistete das Mädchen nur zwölf, dann ließ sie die Sache schleifen. Nun wird sie zu einer Geldstrafe verurteilt. 400 Euro unbedingt und 400 Euro auf Bewährung. Das Urteil ist rechtskräftig.

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