Gänsehaut mit Mozart

Kultur / 26.09.2022 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Angelika Kopf-Lebar, Franziska Schneider, Britta Wagener-Kuhn, Anna Welte, Walter Ess, David Burgstaller, Jakob Rapatz und André Sesgör.
Angelika Kopf-Lebar, Franziska Schneider, Britta Wagener-Kuhn, Anna Welte, Walter Ess, David Burgstaller, Jakob Rapatz und André Sesgör.

Gute Musik ist immer gute Musik und Mozarts Credomesse zählt definitiv zu dieser Kategorie.

Bildstein. 66 Mal wird in Mozarts Großer Credomesse, KV 257, das titelgebende „Credo“ gesungen. 245 Jahre hat diese musikalische Auseinandersetzung Mozarts mit den jahrhundertealten Texten der Gottesdienste heuer auf dem Buckel. Ob es ein paar mehr oder weniger sind, lässt sich, so erklärt David Burgstaller zu Beginn des Konzerts in der Basilika Bildstein, nicht genau sagen. Der Grund dafür: Über das genaue Jahr ist sich die Fachwelt uneins. Das ändert natürlich überhaupt nichts daran, dass man mit Mozarts Großer Credomesse ein Meisterwerk vor sich hat. Nicht weniger meisterhaft kam man in der Basilika Bildstein in den Genuss dieses Stücks Musikgeschichte.

Der Verein Musica Sacra rund um den Obmann und musikalischen Leiter David Burgstaller hat es sich zum Ziel gesetzt, Gottesdienste aber auch Kirchenkonzerte mit Werken von der Gregorianik bis zur Moderne mitzugestalten. Den Schwerpunkt bildet die Kirchenmusik der Renaissance, des Barocks und der Wiener Klassik. Am vergangenen Wochenende war es nun also Mozart, den man sich hier zur Brust nahm.

Musica Sacra

In kleiner Besetzung, die man mit Namen wie Angelika Kopf-Lebar, Franziska Schneider, Britta Wagener-Kuhn, Anna Welte, Walter Ess, Jakob Rapatz und André Sesgör durchwegs solistisch kennt, entfaltete die Credomesse da ihre ganze Schönheit. Ein weiteres besonderes Merkmal der Musica Sacra ist es auch, dass David Burgstaller nicht nur die Gesamtleitung in Händen hält, sondern dirigierend auch selbst unter den Sängern zu finden ist. Er nimmt hier eine musikalische Doppelfunktion ein, die nicht zu unterschätzen ist. Aber es gelingt ihm. So, wie auch die Aufführung der Credomesse im Gesamten. Stimmlich durfte man sich von dieser Riege an Profis auch nichts anderes erwarten. Fein austariert, schön miteinander harmonierend, entstand hier in Kooperation mit dem gesamten Ensemble Musik mit Gänsehautfaktor.

Thomas Engelberger, Theologe und Soziologe aus St. Gallen.
Thomas Engelberger, Theologe und Soziologe aus St. Gallen.

Ergänzt wurde das Musikalische durch einführende Gedanken von Thomas Engelberger, Theologe und Soziologe aus St. Gallen. Und die tauchten das Gehörte dann noch einmal in ein ganz anderes Licht. Betont wurde, auch in der Komposition Mozarts, nämlich das, was kritisch diskutiert wurde. Geburt und Tod, die Bedeutung der Taufe und immer und immer wieder dieses „credo“ – ich glaube. Ein spannender, sehr heutiger Ansatz, der dem Konzertabend in der Basilika Bildstein noch ein zusätzliches Quäntchen an Raffinesse schenkte. Ein gut durchdachtes Gesamtkonzept, das vollends aufging und mit Standing Ovations belohnt wurde.

Veronika Fehle

Infozeile: Am 1. Oktober, 19 Uhr, ist im Rahmen der Musica Sacra Martin Völlingers

 „The Jazz Mass“ in der Basilika in Bildstein zu hören. www.maria-bildstein.at

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