Douglasshütte am Lünersee soll weichen und was jetzt geplant ist

VN / 28.09.2022 • 14:20 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Douglasshütte am Lünersee soll weichen und was jetzt geplant ist
Mariette Schedler ist seit 2009 Pächterin der Douglasshütte. 2023 soll sich für die Gäste jedenfalls noch nichts ändern, sagt sie im Gespräch mit den VN. Archiv, AME

Illwerke vkw bestätigen entsprechende Pläne. Baustart könnte bereits 2024 erfolgen.

Brand Der Lünersee ist ein Touristenmagnet. 2019 wurde er zum schönsten Platz Österreichs gewählt.

Douglasshütte am Lünersee soll weichen und was jetzt geplant ist
Traumhafter Blick in Richtung Lünersee. VN/Böcken
Douglasshütte am Lünersee soll weichen und was jetzt geplant ist
VN/Böcken

Der Stausee und die prächtige Bergkulisse ziehen in Sommermonaten bis zu 120.000 Gäste an. Für viele ist die Douglasshütte unmittelbar an der Bergstation der erste Halt. Es sei ein hervorragender Sommer gewesen, sagt Pächterin Mariette Schedler. Auch die Nächtigungszahlen stimmen sie optimistisch. Damit könnte bald Schluss sein. Illwerke vkw bestätigen Pläne, die einen Abbruch der traditionsreichen Hütte vorsehen. Sie soll einem Restaurant weichen.

Der Lünersee wurde 2019 zum schönsten Platz Österreichs (ORF) gewählt. <span class="copyright">VN/Böcken</span>
Der Lünersee wurde 2019 zum schönsten Platz Österreichs (ORF) gewählt. VN/Böcken

“Fakt ist, dass etwas Neues entstehen soll. Die Bausubstanz der Douglasshütte ist in die Jahre gekommen”, so der Sprecher des Energieunternehmens, Andreas Neuhauser zu den VN. Illwerke vkw hatten die Berghütte am Stausee 2009 vom Alpenverein erworben. Jetzt soll sie einem Restaurant weichen. Man befinde sich noch in einem sehr frühen Projektstadium. Ein Auftrag für eine Studie ist an die Architekten Ludescher-Lutz vergeben. Neuhauser nennt erste Eckpunkte. “Der Fokus liegt auf qualitätsvoller Tagesgastronomie mit Bedienung.” Man wolle alpine Genießer ansprechen. Nächtigungsmöglichkeit werde es demnach keine mehr geben. Mit Totalphütte und Heinrich-Huetterhütte befänden sich entsprechende Einrichtungen des Alpenvereins in unmittelbarer Nähe.

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Archivbild von der Douglasshütte
Illwerke vkw investieren kräftig in den touristischen Ausbau in der Region. So wurde zuletzt auch die Lünerseebahn erneuert.<span class="copyright"> VN/Schwald</span>
Illwerke vkw investieren kräftig in den touristischen Ausbau in der Region. So wurde zuletzt auch die Lünerseebahn erneuert. VN/Schwald

Die Douglasshütte, deren Geschichte als Lünerseehütte bis ins Jahr 1871 zurückgeht und fünf Jahre später nach einem Lawinenabgang in Gedenken des verstorbenen Initiators J.S Douglass neu aufgebaut wurde, soll geschliffen werden. Der Neubau mit gastronomischer Ausrichtung soll rechts direkt an die Bergstation der Lünerseebahn angebaut werden, beschreibt Neuhauser einen veränderten Standort. 400 Sitzplätze, 250 davon im Außenbereich, sieht die Studie vor. Andere Details sind noch nicht bekannt. Erste konkrete Planungen erfolgen demnach im kommenden Jahr. 2024 könnte gebaut und im Jahr darauf allenfalls die ersten Gäste bewirtet werden. Der Gastronomiebetrieb soll zudem wieder verpachtet werden.

Unternehmenssprecher Andreas Neuhauser nennt erste Eckdaten: Der Fokus liegt demnach auf der Tagesgastronomie, Übernachtungsmöglichkeit soll es keine mehr geben. <span class="copyright">Illwerke vkw</span>
Unternehmenssprecher Andreas Neuhauser nennt erste Eckdaten: Der Fokus liegt demnach auf der Tagesgastronomie, Übernachtungsmöglichkeit soll es keine mehr geben. Illwerke vkw

Offen sind zur Zeit auch noch die Kosten. Es gebe noch keine Zahlen, die man seriös nennen könne, so Neuhauser. Auch die Kubatur ist noch nicht festgelegt. “Die Illwerke VKW haben eine lange Tradition im sensiblen Umgang mit Architektur”, so der Unternehmenssprecher weiter. Man lege großen Wert auf eine qualitätsvolle Umsetzung. Die Großinvestition stößt bei Touristikern im Montafon auf Wohlwollen. Geschäftsführer Manuel Bitschnau bezeichnet es als sehr erfreulich, dass die Illwerke VKW an diesem Standort investieren. Das hätten sie zuvor bereits mit der neuen Bahn getan. Zum Projekt selbst würden ihm aber nähere Informationen fehlen.

Douglasshütte am Lünersee soll weichen und was jetzt geplant ist
Die Douglasshütte soll geschliffen werden. Der Neubau soll direkt rechts an die Bergstation der Bahn angebaut werden. VN/Gasser2023 bleibt aber noch alles beim Alten, so Pächterin Mariette Schedler zu den VN.

So geht es auch Mariette Schedler. 2009 hat die Brandnerin als Pächterin die Douglasshütte übernommen und führt sie seither mit Leidenschaft als Familienbetrieb. “Alle helfen mit. Wir haben das Haus in einem guten Zustand gehalten.” Neben der Familie sind in der Hauptsaison 18 Mitarbeiter beschäftigt. Die Pläne der Hütteneigentümer kennt Schedler nur vom Hörensagen. Klar sei aber, dass sich in der nächsten Sommersaison noch nichts ändern werde. “Wir haben bereits Buchungen für Übernachtungen und Events.” Jetzt solle jedenfalls niemand verunsichert werden, vor allem nicht die vielen Stammkunden, hofft Schedler.

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