Gericht: Einbrecher rief die Polizei

VN / 29.09.2022 • 16:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Jugendliche gab an, während der Tat unter Drogen und Alkohol gestanden zu haben. <span class="copyright">Eckert</span>
Der Jugendliche gab an, während der Tat unter Drogen und Alkohol gestanden zu haben. Eckert

17-Jähriger tat nach erfolglosem Einbruch etwas Unerklärliches.

felkdkirch Eine Vorstrafe hat der angeklagte 17-jährige Syrer bereits, allerdings ist sie nicht einschlägig. Im Mai dieses Jahres konsumierte er Drogen und Alkohol und kam danach auf die Idee, in Frastanz in die ÖMV-Tankstelle einzubrechen. Er warf einige Gegenstände gegen die Eingangstür, die dadurch schwer beschädigt wurde. In das Gebäude gelangte er jedoch nicht. So zog er wieder ab.

Irgendwie fand er es gut, die Polizei zu verständigen und wählte den Notruf. Er meldete, er habe einen Unbekannten beobachtet, wie dieser versucht habe, in die Tankstelle einzubrechen. Die Polizei kam und nahm den jungen Mann gleich mit. „Ich war unter Drogen und hatte auch immer wieder Alkohol getrunken“, erzählt der Syrer am Landesgericht Feldkirch von den Beweggründen für sein seltsames Verhalten. Im Rucksack hatte er ein Springmesser. Eine Hausdurchsuchung ergab, dass er auch ein Fahrrad und eine Maurerkelle gestohlen hatte.

Mehrere Delikte

Der junge Mann hat wegen seiner Vorstrafe ein Waffenverbot. Deshalb zählt der Besitz des Springmessers als Verstoß gegen das Waffengesetz. Sein Mandant habe damit immer nur auf Dinge gezielt, nur so zum Spaß, nie jemanden bedroht, sagt der Verteidiger. Das zweite Delikt, das der Jugendliche beging, ist versuchter Einbruchsdiebstahl. Das dritte ist Diebstahl, denn Fahrrad und Maurerkelle sind irgendwo gestohlen worden. Und das vierte Delikt ist Vortäuschen einer mit Strafe bedrohten Handlung, weil er mittels Notrufs die Polizei zum Narren hielt und behauptete, er habe eine Straftat beobachtet. Das Motiv für den falschen Notruf bleibt im Dunkeln.

1680 Euro Strafe

Der junge Mann zeigt sich geständig und entschuldigt sich. Eine alte, noch offene Bewährungsstrafe wird nicht widerrufen. Eine neue Geldstrafe in der Höhe von 1680 Euro wird allerdings ausgesprochen. Zwei Jahre hat der junge Mann, der inzwischen wieder einen Job in einem Imbisslokal hat, Zeit, die Strafe in Raten abzustottern. Dazu muss er 150 Euro Verfahrenskosten bezahlen. 217 Euro werden allerdings abgezogen, weil er 15 Tage in U-Haft war. Das Geständnis wurde mildernd gewertet, allerdings gibt es ein Video von der Tankstelle. Dieses hätte ein Leugnen sinnlos gemacht. Die Sicherstellung der Beute war ebenfalls mildernd, erschwerend war hingegen, dass es mehrere Delikte waren und dass der neulich Verurteilte so rasch rückfällig geworden ist. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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