Sportlicher Höhenflug und klares Bekenntnis

Sport / 05.10.2022 • 23:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Sportlicher Höhenflug und klares Bekenntnis
Die freudestrahlenden Spieler und das Trainer- und Betreuerteam des Alpla HC Hard nach dem erfolgreichen Spiel im Europacup in Skopje. Verein

Aufstieg im Europacup für Alpla HC Hard wertvoll, aber teuer. Vertrag mit Coach Jonsson verlängert.

HArd Die European League ist hinter der Champions League der zweithöchste Klubbewerb der Europäischen Handballföderation (EHF). Nachdem der Alpla HC Hard in den letzten acht Jahren mehrmals knapp gescheitert war, haben die Roten Teufel vom Bodensee in ihrer 19. Spielperiode auf der europäischen Bühne nun den Bann gebrochen und haben mit den Gesamtsiegen gegen die beiden nordmazedonischen Klubs HC Pelister Bitola (51:45) und HC Butel Skopje (51:42) erstmals die Qualifikationshürde gemeistert und sich für die Gruppenphase qualifiziert. „Es war eine richtig coole Sache und der verdiente Lohn für die gute Leistung in den Qualifikationsspielen,“ betonte Sportchef Thomas Huemer stolz. „Jetzt freuen wir uns auf eine ganz besondere Herausforderung und zehn Spiele gegen europäische Spitzenteams. Es ist gleichzeitig eine große Ehre und Herausforderung, zum erlesenen Kreis der letzten 24 Mannschaften in einem Europacupbewerb zu gehören. Wir stellen uns als klarer Außenseiter Aufgaben und werden alles daran setzen, dieses Abenteuer mit dem bestmöglichen Erfolg abzuschließen.“

Jonsson bis 2025 verlängert

Voll des Lobens war natürlich auch Cheftrainer Hannes Jon Jonsson, dessen Vertragsverlängerung bis 2025 am Tag nach der Rückkehr aus Skopje verkündet wurde: „Wir sind in allen vier Europacuppartien nie im Rückstand gelegen und deshalb dürfen wir auf den Einzug in die Gruppenphase berechtigt stolz sein.“ Schlüssel zu den Erfolgen waren für den 42-jährigen die Leistungen in der Abwehr und von Goalie Golub Doknic. „Wenn man so wie wir lediglich fünf Gegentore bis zur Pause zulässt ist dies ein eindeutiger Beweis, dass alle Beteiligten einen guten Job abgeliefert haben. Ich habe in den letzten Tagen immer wieder darauf hingewiesen, dass eine kompakte Leistung in der Defensive mehr als die halbe Miete ist. Je größer unser Vorsprung wurde, umso lauter wurden die gegnerischen Spieler. Sie fanden kein Rezept gegen uns sind sprichwörtlich an unserem Abwehrriegel zerbrochen.“

Der Vertrag mit dem Isländer Hannes Jon Jonsson wurde vorzeitig bis 2025 verlängert. <span class="copyright">GEPA</span>
Der Vertrag mit dem Isländer Hannes Jon Jonsson wurde vorzeitig bis 2025 verlängert. GEPA

Den Aufstieg in die Gruppenphase bezeichnet Jonsson als Erfolg von unschätzbarem Wert für den gesamten Verein. „Man kann den Erfolg mit dem Gewinn eines Meistertitels vergleichen.“

„Es wäre genial wenn ich als Hard-Trainer

in meiner Geburtsstadt Reykjavik auf

meinen Ex-Verein Valur treffen würde.“

Hannes Jon Jonsson, Cheftrainer alpla HC Hard

Für die heute (11 Uhr) in Wien stattfindende Auslosung hat der Isländer einen Wunsch: „Wenn ich mir einen Gegner aussuchen dürfte, wäre es natürlich Valur Reykjavik. Dort habe ich den Handballsport gelernt und bis 2002 gespielt. Es wäre genial, wenn ich als Hard-Trainer in meiner Geburtsstadt auf meinen Stammverein treffen würde.“

Umfangreiche Auflagen

Der sportliche Höhenflug sorgt aber nicht nur für die Mannschaft für zusätzliche Arbeit in den kommenden Monaten. Nach der Rückkehr aus Skopje wurden von Geschäftsführer Markus Köberle die nächsten organisatorischen Schritte eingeleitet. „Im Gegensatz zur Qualifikationsphase ist das Anforderungsprofil in der Hauptrunde bedeutend umfangreicher. Natürlich haben wir uns vor der Abgabe der Nennung im Juli bereits intensiv mit dem 108-seitigen Regulativ beschäftigt. Nach der Auslosung werden wir im Online-Workshop mit den EHF-Verantwortlichen besprechen, welche Punkte exakt eingehalten werden müssen oder wo mit einem Spielraum Abweichungen möglich sind.“

Auf Alpla-HC-Hard-Geschäftsführer Markus Köberle und die Mitarbeiter im Handballbüro warten arbeitsintensive Monate.
Auf Alpla-HC-Hard-Geschäftsführer Markus Köberle und die Mitarbeiter im Handballbüro warten arbeitsintensive Monate.

Die größten Sorgenfalten bereitet Köberle die Platzsituation hinter der Auswechselbank. „Hier gibt es Vorgaben für den Abstand von der Wechselbank zum Spielfeld und bis zur Zuschauerreihe, die wir nicht einhalten können. Ein absoluter Horror wäre es, wenn wir deshalb auf die Ausziehtribüne auf der Seite der Spielerbänke verzichten müssen. Dies wäre eine finanzielle Einbuße und ein enormer Imageverlust.“

Kaum Ein- und hohe Ausgaben

Im Gegensatz zum Fußball ist im Handball die Teilnahme an einem europäischen Klubbewerb nicht mit Einnahmen, sondern ausschließlich mit Ausgaben verbunden. Köberle: „Für die zehn Spiele in der Gruppenphase erhalten wir von der EHF pauschal 30.000 Euro und pro gewonnenem Punkt gibt es 1000 Euro. Dafür müssen wir den Gegner und Schiedsrichter unterbringen und verköstigen und bei den Auswärtsspielen die Bus- oder Flugkosten selbst tragen. In Summe kostet uns die Europacupteilnahme zwischen 100.000 und 200.000 Euro. Aus diesem Grund hoffen wir bei der Auslosung aus sportlicher und wirtschaftlicher Sicht möglichst auf Gruppengegner, die einerseits viele Fans mitbringen und ohne große Kosten erreichbar sind.“

Handball

C Motor Zaporozhye (UKR)

Pot 4

Bidasoa Irun (ESP)

SG Flensburg-Handewitt (GER)

Frisch Auf Göppingen (GER)

Sporting CP Lissabon (POR)

Pot 5

RK Nexe (CRO)

Skanderborg-Aarhus (DEN)

TM Benidorm (ESP)

Montpellier Handball (FRA)

Pot 6

Alpla HC Hard (AUT)

Fejér-B.A.L. Veszprem (HUN)

Ferencváros TC Budapest (HUN)

Aguas Santas Milaneza (POR)

Die zehn Spieltermine (immer Dienstag)

Oktober, 1. November, 22. November 29. November, 6. Dezember, 13. Dezember

Februar, 14. Februar, 21. Februar und 28. Februar

Die Auslosung der Gruppenphase erfolgt heute (11 Uhr) in Wien.

Laut Reglement darf nur eine Mannschaft pro Nationen in jeder der vier Gruppen spielen.

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