Die Grippe schleicht sich langsam an

VN / 14.10.2022 • 21:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Derzeit sind die die grippalen Infekte noch in der Überzahl. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Derzeit sind die die grippalen Infekte noch in der Überzahl. VN/Paulitsch

Das sorgt vor dem Hintergrund von Coronawellen für Beunruhigung.

Dornbirn Von einer Grippewelle will noch niemand reden, aber: „Die Influenza ist da“, berichtet Robert Spiegel, Covid-19-Beauftragter der Ärztekammer, von bereits nachgewiesenen Fällen. Aktuelle Daten aus der Krankenstandstatistik der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) bestätigen die Entwicklung. So gab es vergangene Woche fünf Fälle von echter Grippe, die Zahl der grippalen Infekte wurde mit 2493 angegeben. Diese Zahl beschreibt aber nur jene der erkrankten Arbeitnehmer. Von den insgesamt 11.593 bei der ÖGK eingelangten Arbeits-Unfähigkeitsmeldungen entfielen knapp 22 Prozent auf grippale Infekte und 0,04 Prozent auf Grippeerkrankungen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es vier Grippefälle und 1963 grippale Infekte. Der Anteil grippaler Infekte bzw. der Influenza an den 9984 Arbeits-Unfähigkeitsmeldungen lag damals bei 19,6 bzw. 0,04 Prozent. In den Spitälern mussten der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) zufolge bislang noch keine Grippekranken aufgenommen werden.

Erhöhtes Risiko nach Corona

Was Robert Spiegel beunruhigt ist das frühe Auftauchen der Influenza. Normalerweise kommt eine Grippewelle, wenn, dann erst Ende Dezember oder Anfang Jänner ins Rollen. Deshalb sind die Befürchtungen vor einer Doppelbelastung durch Corona- und Grippewelle groß. Auch europäische Gesundheitsexperten haben schon davor gewarnt. Wie aus dem Gesundheitsministerium auf VN-Anfrage dazu verlautete, sei aufgrund des Nachweises von Grippeviren in den nächsten Wochen wohl mit einer Zunahme der Influenzaaktivität und somit auch des Krankheitsgeschehens zu rechnen. Massive Einschränkungen von Kontakten haben in den vergangenen zwei Jahren dazu geführt, dass es kaum zu Infektionen mit dem Grippevirus kam. Als Folge davon besteht in der Bevölkerung eine vergleichsweise geringe Immunität.

Außerdem ist die Grippeimpfung etwa in Vorarlberg nach wie vor ein Stiefkind. Laut Spiegel sind höchstens 10 Prozent der Bevölkerung immunisiert. „Dabei wäre die Impfung heuer besonders wichtig“, heißt es aus dem Gesundheitsministerium, denn das Coronavirus mache empfänglicher für andere respiratorische Infekte. Will heißen, nach einer überstandenen Covid-19-Infektion steigt das Risiko, sich eine Grippe einzufangen.

Ideale Impfzeit

Grippe- und Coronaimpfung können gleichzeitig verabreicht werden. Robert Spiegel hat damit schon begonnen und positive Erfahrungen gemacht. „Es funktioniert gut“, betont er, bedauert aber gleichzeitig die geringe Nachfrage. „Dabei wäre jetzt die ideale Zeit für beide Impfungen“, ergänzt der Mediziner. Impfstoff sei genug da, fügt Spiegel noch an, ebenso dessen Treffsicherheit. Die jährliche Grippeimpfung wird für Kinder und Erwachsene empfohlen. Auch das Tragen von FFP2-Masken wird als Schutz gegen Influenza und andere respiratorische Viren den Bürgern ans Herz gelegt.

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