Wurde Alberschwender Pfarrer zum Opfer eines sündhaften Autodiebes?

VN / 24.10.2022 • 18:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eigentlich ist ihm ja nicht zum frohsinnigen Lachen zumute: Pfarrer Peter Mathei vor einem schwarzen Seat Ibizia von jenem Modelltyp, den er vermisst.
Eigentlich ist ihm ja nicht zum frohsinnigen Lachen zumute: Pfarrer Peter Mathei vor einem schwarzen Seat Ibizia von jenem Modelltyp, den er vermisst.

Der Geistliche Peter Mathei (76) glaubt, dass sein Seat Ibiza direkt vor dem Pfarrhaus gestohlen wurde.

Alberschwende Ausgerechnet das geistige Oberhaupt der Pfarrgemeinde Alberschwende sieht sich als Leidtragender eines Verstoßes gegen das siebte Gebot, das da mahnt: „Du sollst nicht stehlen.“ Denn seit dem vergangenen Samstagmorgen vermisst Pfarrer Peter Mathei seinen geleasten Wagen, der spurlos verschwunden ist.

26 Jahre lange war der 76-Jährige leidenschaftlicher Fahrer eines Seat Ibizia, von dessen Qualität er beinahe so überzeugt ist wie von der christlichen Botschaft. Seinen neuesten Seat leaste er erst im Jahr des Herrn 2019. Aber in der Nacht von Freitag auf Samstag müssen sich frevelhafte diebische Hände an dem von ihm so „gelobten Fahrzeug“ vergriffen haben. Das glaubt zumindest Mathei, der noch am Samstag bei der Polizeiinspektion Egg eine Diebstahlsanzeige erstattete. Was ein dortiger Beamter den VN auf Anfrage auch bestätigte.  

Nicht abgesperrt

Über zweieinhalb Jahrzehnte hatte der Geistliche das Auto zwischen Pfarrhaus und Kirche abgestellt. „Ja, es kam schon mal vor, dass ich den Seat mal irgendwo verstellt hatte, dennoch fand ich ihn stets wieder“, gesteht Mathei. „Manchmal habe ich ihn abgesperrt, manchmal aber auch nicht. Dann legte ich den Schlüssel zur Gangschaltung hin. Ich dachte mir nämlich, wer stiehlt denn dem Alberschwender Pfarrer schon das Auto? Nun aber sehe ich, dass das eine Mischung zwischen Leichtsinn und wohl etwas zu viel Vertrauen war, denn so wurde das Auto zur leichten Beute.“

Doch nicht nur der schwarze Seat mit dem Kennzeichen B-CW-644, sondern auch der darin befindliche Führerschein, ein großer Regenschirm und Wanderstöcke fehlen dem Alberschwender Pfarrer. „Aber bevor mein Verdacht sich verfestigt, der Wagen könnte den Weg in Richtung Osteuropa genommen haben, hoffe ich noch, die Polizei spekuliert richtig und man hat ihn für eine nächtliche Fahrt benutzt und irgendwo im Unterland abgestellt.“

Bei Demut und Reue keine Anzeige

Zwei Sachen möchte Mathei noch in Richtung eines allfälligen Diebstahls betonen: „So richtig kränken würde mich eigentlich nur, wenn ich jemanden aus irgendeinem Grund verärgert hätte, was ihn dann zu dieser Tat veranlasste. Aber das kann ich mir nicht vorstellen. Sollte sich der Dieb jedoch als reuiger Sünder bei mir im Beichtstuhl einfinden, werde ich ihn natürlich nicht der Polizei melden. Schon allein wegen des Beichtgeheimnisses . . .“

Derzeit steht dem Pfarrer, der von der Polizei mittlerweile einen provisorischen Führerschein bekam, ein Leihwagen der Wäldergarage zur Verfügung – natürlich ein Seat Ibiza und selbstverständlich stets abgesperrt.

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