Deshalb schrillen bei der Vorarlberger Polizei die Alarmglocken

VN / 28.10.2022 • 21:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Noch nie war der Einschnitt ins Personal der Polizei so tief wie derzeit. <span class="copyright">symbol/vn/steurer</span>
Noch nie war der Einschnitt ins Personal der Polizei so tief wie derzeit. symbol/vn/steurer

Dramatischer Aderlass bei der Exekutive: 60 Kündigungen und 30 Pensionsabgänge mit heutigem Stand.

Bregenz Quer durch die Vorarlberger Polizeiinspektionen und Bezirkspolizeikommanden haben derzeit 60 Beamte ihren Dienst quittiert. In der Feldkircher Sicherheitsakademie brachen acht Polizeischüler ihre Ausbildung frühzeitig ab.

„Einschnitt noch nie so tief“

„So einen tiefen Einschnitt beim Personalstand der Vorarlberger Polizei gab es noch nie“, bestätigte Sandro Wehinger, Landesvorsitzender der Vorarlberger Polizeigewerkschaft, auf Anfrage der VN.

Dem gegenüber würden aktuell 110 offene Planstellen allein im Exekutivdienst und weitere 25 offene Stellen in der Verwaltung zur Nachbesetzung bereitstehen. Doch diese auszufüllen, scheint derzeit ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.

Besonders prekär ist die Situation beispielsweise bei der Autobahnpolizeiinspektion Dornbirn. Um die Aufgaben sicherzustellen, sollten dort 23 Planstellen besetzt sein, allerdings steht dort gerade einmal die Hälfte der Sollstärke an Beamten zur Verfügung. Zuteilungen aus anderen Polizeidienststellen sind vonnöten.

Gerade mal zur Hälfte besetzt: Die Sollstärke an Beamten bei der Autobahnpolizei Dornbirn. <span class="copyright">vn/rauch</span>
Gerade mal zur Hälfte besetzt: Die Sollstärke an Beamten bei der Autobahnpolizei Dornbirn. vn/rauch

„Politik gefordert“

Gewerkschafter Wehinger stellt deutlich fest: „Hier ist auch die Politik gefordert! Wir setzen hier alle Hebel in Bewegung.“ Als Gründe für die Häufigkeit der Austritte führt Wehinger vor allem die Unverhältnismäßigkeit der Entlohnung in Hinsicht auf die Überstundenbelastung an.  „Wir sind weit weg von der 40-Stundenwoche“, sagt der Gewerkschafter. Für die Abgänge sei jedoch auch der allgemein herrschende Mangel an Personal und Fachkräften vor allem bei den Kommunen und Bezirkshauptmannschaften. Aus diesen Bereichen würde ein besonderer Sog auf exekutives Personal wirken.

Sandro Wehinger, Landesvorsitzender der Vorarlberger Polizeigewerkschafter. <span class="copyright">Polizei</span>
Sandro Wehinger, Landesvorsitzender der Vorarlberger Polizeigewerkschafter. Polizei