Gericht: Einem Mitschüler die Hand gebrochen

VN / 05.11.2022 • 12:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Jugendliche kam mit einem außerordentlichen Tatausgleich (Diversion) davon. <span class="copyright">Eckert</span>
Der Jugendliche kam mit einem außerordentlichen Tatausgleich (Diversion) davon. Eckert

14-Jähriger, der regelmäßig Probleme mit der Justiz hat, erstmals zur Verantwortung gezogen.

Feldkirch Lange bevor der junge Bregenzer 14 Jahre alt und somit strafmündig wurde, hatte er des Öfteren mit Polizei und Gericht zu tun. Einbruchsdiebstahl, schwere Sachbeschädigung, doch unter dem Alter von 14 Jahren passiert nicht viel. Doch nun ist es soweit, der Schüler muss erstmals Verantwortung übernehmen.

Eigentlich war der Teenager wegen der Sache schon einmal vor Gericht. Er hatte sich in Bregenz nach der Schule mit einem jüngeren Mitschüler angelegt. Es ging um Mobbing, anfangs gab es auf dem Gehsteig ein Wortgefecht. Dann schubste der 14-Jährige den Zwölfjährigen. Dieser fiel hin und brach sich das Handgelenk. Einen Monat lang hatte er Schmerzen.

Die Arbeit abgebrochen

Weil der Jugendliche noch so jung ist und bislang unbescholten war, hat man ihm angeboten, dass er statt einer Verurteilung gemeinnützige Leistungen verrichten kann. Er hatte zwar bereitwillig angenommen und auch 25 der angeordneten 30 Stunden geleistet. Dann kam er jedoch ins Schlingern. „Ich war krank“, behauptet er. „Ja und, dann kann man sich doch melden und sagen, dass man die Stunden später leistet“, lässt Richter Dietmar Nussbaumer die Ausrede nicht so recht gelten. „Es war ja keine Absicht“, erklärt der Angeklagte, dass er den anderen nicht schwer verletzen wollte.

Dass mit dieser Sache auch Kosten auf ihn zukommen, wird ihm erst jetzt klar. Zum einen wird die Krankenversicherung für die Behandlung der Knochenfraktur zulangen, außerdem will der Zwölfjährige Schmerzengeld.

Allerletzte Chance

Dem 14-Jährigen wird klargemacht, dass dies der letzte Schuss vor den Bug ist. Er bekommt nochmals die Chance, im Rahmen einer Diversion ohne Vorstrafe durchzuschlüpfen. Mit 500 Euro Schmerzengeld für das Opfer, einem Bewährungshelfer und zwei Jahren Bewährung wird das Verfahren vorläufig für eine Probezeit eingestellt. Bewährt sich der junge Mann nicht, wird es fortgesetzt, es gibt ein Urteil und er hat dann seine erste Vorstrafe, bei der Lehrstellensuche nicht gerade ein Bonuspunkt. Der Verletzte hat mit dem Zuspruch 30 Jahre Zeit, sich seine 500 Euro Schmerzengeld zu holen. Die 500 Euro kann der Verurteilte in Raten abstottern. Mit 30 Euro Taschengeld pro Monat mühsam, aber möglich.

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