Diesmal kein Spitzenwein in Stefans Dichterkeller

VN / 10.11.2022 • 16:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Aufnahme in eine Weinbruderschaft führt zu Spannungen zwischen den Freunden Nico (Jürgen Rainer) und Roman (Manfred Kräutler).  <span class="copyright">Spielkreis Götzis</span>
Die Aufnahme in eine Weinbruderschaft führt zu Spannungen zwischen den Freunden Nico (Jürgen Rainer) und Roman (Manfred Kräutler). Spielkreis Götzis

Vorarlberger Erstaufführung einer neuen Komödie von Stefan Vögel.

Götzis Der beliebte Spielkreis Götzis präsentierte auf der Kulturbühne ein neues Opus des heimischen Kabarettisten und Erfolgsautors Stefan Vögel mit dem Titel „Die Weinprobe“. Zuletzt sah man in Götzis ein fulminantes Vögel-Stück, „Die Niere“, mit deutscher Starbesetzung. Nun, leider ging es mit der „Weinprobe“ nicht auf demselben Theater-Niveau weiter.

Liebe, Freundschaft, Ehe und Wein

Nico (Jürgen Reiner) ist Weinkenner und möchte unbedingt Mitglied der elitären „Fraternité des Chevaliers“ werden. Schulfreund Roman (Manfred Kräutler) hilft Nico zu seinem Glück, dafür darf Roman eine Liebesnacht mit Nicos Frau Danielle (Anna Maier) konsumieren … Was folgt, ist etwas dünn-witzlos (man vermisst den spitzen Vögel-Schnabel), und die arme Danielle, die wohl der prickelnde Aufputz zwischen den beiden Wein-Filous sein soll, ist in ihrer zu verhaltenen Art einem braven Firmling näher als der sündigen Bettkante. Von den beiden männlichen Akteuren zeigt der größere (Jürgen Reiner) leichtes Theaterblut – Sprache, Gestik, Bühnenpräsenz – ein schräger Lebemann. Roman (Manfred Kräutler), der leisere, erfreut oft durch ein bisschen Wehmut. Christian Urban, der Regisseur mit viel Spielerfahrung, hätte dem Stück noch mehr Pfeffer und mehr Charakterzeichnung der Figuren verpassen können.

In weiteren Aufführungen (12., 13., 18. und 20. November) darf der Wein also noch zum Vögel-Spitzenwein reifen. SCH

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