Grenzgänger und Gänsehautgefühle vor Handballderby

Sport / 10.11.2022 • 10:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Nico Schnabl wechselte im Sommer 2021 von Bregenz Handball zum Alpla HC Hard. Im Gegensatz zu Teamkollege Frederic Wüstner und Flügelflitzer Robin Kritzinger ist er als einziger Aktiver noch ohne Torerfolg gegen seinen ehemaligen Klub. <span class="copyright">GEPA</span>
Nico Schnabl wechselte im Sommer 2021 von Bregenz Handball zum Alpla HC Hard. Im Gegensatz zu Teamkollege Frederic Wüstner und Flügelflitzer Robin Kritzinger ist er als einziger Aktiver noch ohne Torerfolg gegen seinen ehemaligen Klub. GEPA

15 Spieler trugen bereits die Trikots beider Handballklubs. Elf wechselten von Bregenz nach Hard.

Bregenz Wenn am Samstag (20.20 Uhr) das 99. Ligaderby in der Handballarena Rieden zwischen Bregenz Handball und dem Alpla HC Hard angepfiffen wird, werden nicht nur bei den Beteiligten auf dem Spielfeld Gänsehautgefühle geweckt. Auch bei zahlreichen ehemaligen Akteuren werden unweigerlich Erinnerungen an vergangene Duelle aktiviert. Mittendrin und nicht nur dabei seit über 20 Jahren ist Michael Knauth. „Egal ob als junger Spieler oder am Ende als Routinier. Ein Derby zählt unbestritten zu den Höhepunkten in einer Saison. Es geht um mehr als die zwei Punkte, die es wie in jedem anderen Spiel zu gewinnen gibt. Da will jeder zeigen, was er kann, und eine Niederlage im Derby schmerzt abgesehen von einem K.-o.-Spiel doch mehr als in einer anderen Partie“, betont der 39-Jährige.

Nach sieben Saisonen in Bregenz wechselte der Linkshänder 2008 nach Hard und war bis 2021 für den Klub seiner Heimatgemeinde als Spieler tätig. „Ich habe keine Ahnung, ob ich mehr Siege oder Niederlagen in Derbys erreicht habe. Gefühlsmäßig war es aber eher so, dass ich öfter Gewinner war.“
Insgesamt 15 verschiedene Spieler haben bereits das Trikot beider Mannschaften getragen. Elf der 15 Spieler trugen zunächst das Bregenzer Trikot, lediglich Andi Varga, Markus Wagesreiter, Jürgen Suppanschitz und Marko Tanaskovic gingen den umgekhrten Weg.

Von Hard zu Bregenz und zurück

Der erste Spieler, der seit der Teilnahme der beiden Vereine an der österreichischen Eliteliga die Fronten gewechselt hat, war Andi Varga. Der Linzer stand zunächst zwei Saisonen bei Hard unter Vertrag, spielte anschließend ein Jahr beim TV Suhr in der Schweiz und absolvierte ab 2003 sieben Spielperioden bei Bregenz, ehe er nach weiteren zwei Saisonen in Hard im Frühjahr 2012 mit seinem zehnten Meistertitel seine Karriere beendete. „Ein Ländle-Derby ist das höchste der Gefühle. Die Stimmung in der Halle, egal ob in Bregenz oder Hard, ist einfach unvergleichbar und war mit ein Grund, warum ich vor 22 Jahren von Linz nach Vorarlberg gewechselt bin.“ Obwohl er seine Karriere bereits vor einem Jahrzehnt beendet hat, hat sich nichts daran geändert: „In den Tagen vor einem Derby bekomme ich immer noch eine Gänsehaut, zwar nicht mehr so intensiv wie als Spieler, aber es elektrisiert mich heute noch so wie vor 22 Jahren. Die Vorfreude ist riesig und ich erwarte wie immer ein packendes Duell bis zum Abpfiff. Ein Derby ist nicht nur für alle Handballfans ein Pflichttermin, und ich freue mich jetzt schon auf einen besonderen Tag und die Gespräche mit ehemaligen Weggefährten.“

Quartett mit Vergangenheit

Vier der 15 Akteure, die bereits bei beiden Klubs unter Vetrag standen, stehen beim 99. Ländle-Derby im Rampenlicht. Auf Seiten der Gastgeber sind dies Flügelflitzer Robin Kritzinger und Marko Tanaskovic, seit Sommer Cotrainer bei Bregenz. Bei den Roten Teufeln aus der Bodenseegemeinde sind Abwehrchef Frederic Wüstner und Nico Schnabl bestens vertraut mit den Gegebenheiten in der Handballarena Rieden.

Der Name Burger bürgt für Titel

Die Erfolgsgeschichte der beiden Ländle-Hochburgen im Männerhandball ist eng mit der Person von Markus Burger verbunden. Nach seiner Karriere als Spieler war das Bregenzer Urgestein von 1999 bis 2008 Cotrainer von Holger Schneider, Bruno Gudelj und Dagur Sigurdsson seines Stammvereins und feierte zwischen 2000 und 2007 sechs Meistertitel und fünf Cupsiege. Nach zwei Jahren als Cheftrainer beim TSV St. Otmar St. Gallen, ehe er als erster Bregenz-Trainer in der Geschichte von Erzrivale Alpla HC Hard unter Vertrag genommen wurde. In den sechs Saisonen (2010 bis 2016) als Trainer der Roten Teufel vom Bodensee durfte sich er sich über insgesamt fünf Titel (vier in der Handball-Liga Austria und 2014 das Double mit dem ÖHB-Cup) freuen. Nach einer Stippvisite in Luxemburg bei Esch übernahm der heute 58-Jährige im März 2019 das Amt des Cheftrainer beim Hauptstadtklub, feierte im Mai dieses Jahres den Gewinn des ÖHB-Cups, ehe sein Vertrag nicht verlängert wurde.

Titelgewinne als Spieler und Trainer

Neben Burger war es Mario Bjelis, der bei beiden Klubs in verschiedenen Funktionen einen Meistertiel feierte. In den Saisonen 2005 bis 2007 trug er als Kreisläufer bei Bregenz zum Gewinn von zwei Meistertiteln bei, darunter das Double 2006, und im Frühjahr 2013 krönte Bjelis sein kurzfristiges Gastspiel bei Hard mit dem Gewinn den Meistertitels. Acht Jahre später kehrte der 46-Jährige als Cheftrainer zu Hard zurück. Trotz des Gewinn des Meistertitels wurde der Vertrag nicht verlängert.

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