Gericht: Bierflasche flog durch Bregenzer Table-Dance-Lokal

VN / 14.11.2022 • 13:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte wurde unterem zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt. <span class="copyright">Eckert</span>
Der Angeklagte wurde unterem zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt. Eckert

„Geschoss“ traf den Falschen, Opfer erlitt einen Nasenbeinbruch.

Feldkirch Im April dieses Jahres hielt sich eine Gruppe von Gästen in einem Bregenzer Table-Dance-Lokal in der Bregenzer Innendstadt auf. Einige hatten an der Bar reichlich konsumiert. Ein 28-jähriger Handwerker war schlechter Laune und stänkerte herum.

Ein Wort gab das andere, der schon zweifach wegen Körperverletzung Vorbestrafte holte mit der Hand aus und fegte mit einem wuchtigen Schlag eine Bierflasche vom Tresen. Wie ein Golfball flog die Flasche durch die Luft und landete auf der Nase eines Gastes, der mit dem Trunkenbold eigentlich gar keinen Disput hatte. Ein Versehen. Allerdings eines mit Folgen.

Schwere Körperverletzung

Der Getroffene hatte einen verschobenen Nasenbeinbruch, die Nase musste geradegerichtet werden, drei Wochen musste der Patient einen schienenartigen Gips im Gesicht tragen. „Diese Flasche hätte jeden treffen können“, empört sich ein Zeuge bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch.

Der Angeklagte selbst verneint zunächst, der Verursacher der Verletzung zu sein. Doch mit viel Zureden seines Verteidigers und geduldigen Erklärungen von Richter Martin Mitteregger sieht der Mann ein, dass es besser ist, sein Fehverhalten einzusehen. Dass er eigentlich den Kontrahenten, mit dem er Streit hatte, mit der Flasche treffen wollte, zählt als versuchte schwere Körperverletzung. Dass sie versehentlich einen völlig Unschuldigen traf, als fahrlässige Körperverletzung.

Es ergeht ein Schuldspruch. Die Strafe: vier Monate bedingte Haftstrafe, 3600 Euro Geldstrafe, 1000 Euro Schmerzengeld und 200 Euro Pauschalkosten für das Verfahren. Weiters die Weisung, mit der Bewährungshilfe zu kooperieren und ein Antiaggressionstraining zu machen. Vor allem Letzteres kommt bei dem jungen Mann nicht besonders gut an. Allerdings weiß er, dass, die Alternative ein Gefängnisaufenthalt wäre. Vor allem will er seinen gut bezahlten Job in der Schweiz behalten.

Kellnerin bestraft

Doch nicht nur der ehemalige Gast wird bestraft, sondern auch die Kellnerin des Lokals. Sie verpasste bereits den letzten Gerichtstermin. Diesmal meldet sie sich telefonisch aus ihrem Bett. Sie habe geschlafen, der Anruf sie eben geweckt, sagt sie. Sie könne nicht kommen, denn sie habe kein Auto. 250 Euro Ordnungsstrafe werden verhängt. Vom Gericht aus kann sie jetzt im Bett bleiben, denn der Angeklagte zeigt sich schlussendlich geständig, womit das Erscheinen der Kellnerin überflüssig wird. Das Urteil ist rechtskräftig.

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