Tanzende Roboter und fliegende Raketen

VN / 14.11.2022 • 18:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bei einem der Workshops drehte sich zwei Tage lang alles um das Thema Robotik. <span class="copyright">Tay(3)</span>
Bei einem der Workshops drehte sich zwei Tage lang alles um das Thema Robotik. Tay(3)

MINT-Region Vorderland/amKumma wartete mit spannenden Workshops auf.

Rankweil MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) heißt die Zauberformel, die die Region Vorderland/amKumma seit dem Frühjahr gemeinsam verfolgt. Durch spielerische Angebote wird seitdem beim Nachwuchs Neugierde geweckt, Potenziale gefördert und Begeisterung für die MINT-Fächer erzeugt.

Löten, zerlegen, zusammenbauen, hieß es beispielsweise kürzlich in der HTL Rankweil. Bei einem Workshop konnten Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren aus alten Elektrogeräten eigene Mini-Roboter konstruieren, um diese anschließend tanzen zu lassen. Der Roboterbau-Workshop startete mit allem, was die Teilnehmer für den Bau ihrer eigenen Roboter wissen mussten. Dabei konnten sie sich von den Beispielen und Erfahrungen der Workshopleitung, Sophie Birkmayer und Tammo Claassen, inspirieren lassen. Entsprechend waren keine Vorkenntnisse erforderlich. Nach der Einleitung zum Grundwissen der Robotik, wie etwa Werkzeug-, Material- und Bauteilkunde, hatte der Nachwuchs dann zwei Tage lang Zeit, ihre eigenen Projekte umzusetzen.

„Wertvoller Schrott“

Man könnte meinen, kaputte Mixer, defekte Staubsauger und alte Spielsachen seien Schrott – doch genau das sollte im Workshop widerlegt werden. Denn für den Bau der Roboter wurde selbst mitgebrachter Elektroschrott verwendet. Die Geräte wurden dafür zunächst dekonstruiert und in ihre Einzelteile zerlegt. Die Frage, die man sich stellen sollte, war: Enthält dieser scheinbare Schrott vielleicht wertvolle Rohstoffe, die man wiederverwenden kann? Durch das Zerlegen ließ sich herausfinden, welche Bestandteile sinnvoll wiederverwendet oder sogar repariert werden konnten. Gesucht wurden Komponenten wie Motoren, Gurte oder Ventilatoren, um ihnen eine neue Funktion zu geben und daraus ein kinetisches Objekt zu bauen.

Nach einer Einführung in das Thema konnte der Nachwuchs selber kreativ werden und ihre eigenen Roboter basteln.
Nach einer Einführung in das Thema konnte der Nachwuchs selber kreativ werden und ihre eigenen Roboter basteln.

Showdown

Das Wiederverwerten alter Geräte unterstreicht noch einmal das Thema des Upcyclings, um das sich der Workshop ebenfalls drehte: Aufgrund eines wachsenden Umweltbewusstseins erfreut sich das Thema immer weiter steigender Anerkennung, auch bei der jüngeren Generation. Insgesamt konnten am Workshop-Wochenende über 20 selbstkonstruierte Roboter gebaut werden.

Explosiv ging es am Sportplatz Brederis zur Sache, wo Raketen in den Himmel geschickt wurden. <span class="copyright">VN/TK</span>
Explosiv ging es am Sportplatz Brederis zur Sache, wo Raketen in den Himmel geschickt wurden. VN/TK

Am Ende sind die selbst gebauten Roboter in einem spannenden Schrottroboter-Wettbewerb namens „Hebocon“ gegeneinander angetreten: Aus Japan, dem Land der Innovationen, kommt diese neue „Sportart“. Bewusst simpel selbstgebastelte Roboter treten dabei zum Wettbewerb an. Sobald sich die Konstruktion bewegt, egal ob mechanisch oder elektrisch, gilt sie als Roboter. Der Wettbewerb selbst funktioniert dann ähnlich wie beim Sumo-Ringen ab und wird auf einer Fläche von 100 mal 50 Zentimeter ausgetragen. Ziel ist es, dass die Roboter sich gegenseitig vom Spielfeld schubsen, um so den Wettbewerb für sich zu entscheiden. Zum Abschluss des spannenden Wochenendes wurden die Sieger im Rahmen einer Ehrung gekürt. Unterstützt wurde der Robotik-Workshop von Direktorin Judith Zeiner-Mohr sowie von Abteilungsvorstand Leopold Moosbrugger der HTL Rankweil.

Mission geglückt

Nur ein paar Tage später ging es dann in Richtung Weltraum. Bei einem Workshop mit dem TU Wien Space Team erfuhren die jungen Forscher zunächst, wie so eine echte Rakete funktioniert. Nach demselben Prinzip baute der Nachwuchs dann selbst Raketenmodelle und schickte diese beim Sportplatz in Brederis dann sogar Richtung Himmel. Die Raketen, welche in eine Höhe von rund 100 Metern befördert wurden, waren mit Sensoren und Kameras ausgestattet. Die gewonnenen Daten und Bilder wurden anschließend wie bei einer echten Mission ausgewertet. Den Start der Experimentalraketen haben sich auch viele Zuschauer nicht entgehen lassen. War das Interesse an Luft- und Raumfahrttechnik nicht schon vorher vorhanden, war dieses nach dem Workshop bei den Nachwuchsforschern jedenfalls geweckt.

Vor dem Start wurden die Raketen noch einmal gecheckt.
Vor dem Start wurden die Raketen noch einmal gecheckt.

MINT-Festival

Einblicke in die bunte Welt der Mathematik, Informatik, Technik und Naturwissenschaften gewährt am kommenden Freitag, 18. November, auch das 3. Vorarlberger MINT-Festival. Unter dem Motto „Make-it… in der Roboterschule. Zum Ausprobieren und Staunen“ öffnet die HTL Rankweil dafür von 14 bis 17.30 Uhr ihre Tore. Für Jung und Alt gibt es dabei allerlei Mitmachstationen (Coding Corner, Lego-Roboter-Station, Bee-bot-Ralley u.v.m.) zu entdecken. Der Eintritt ist frei. TAY, VN-TK

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