Private MedUni als “riesen Zukunftssignal”

VN / 17.11.2022 • 10:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hunderte interessierter junger Menschen stellen sich alljährlich dem schwierigen Aufnahmetest für das Medizinstudium. Aus Vorarlberg schaffen es meist nur wenige. <span class="copyright">APA</span>
Hunderte interessierter junger Menschen stellen sich alljährlich dem schwierigen Aufnahmetest für das Medizinstudium. Aus Vorarlberg schaffen es meist nur wenige. APA

Pläne wurden einem Expertengremium präsentiert. Positiver Grundkonsens geortet.

Bregenz Das Bemühen um die Einrichtung einer privaten Medizinuniversität in Vorarlberg hat offenbar wieder Fahrt aufgenommen. Wie aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher auf VN-Nachfrage bestätigt wurde, fand kürzlich eine Projektpräsentation statt. Allerdings haben die heimischen Betreiber inzwischen Konkurrenz durch einen Mitbewerber aus Wien bekommen. Georg Posch, aks-Geschäftsführer und einer der Befürworter einer privaten MedUni, lässt sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen: „Wir sehen das ganz entspannt.“ Am Plan, das Vorhaben bis Herbst 2024 zu realisieren, wird jedenfalls festgehalten.

Unterlagen aktualisiert

Seit März dieses Jahres ist das Projekt bekannt, erwachsen aus dem drohenden Ärztemangel sowie dem Umstand, dass es nur wenige Vorarlberger an die Medizinischen Universitäten schaffen. Auch Landeshauptmann Markus Wallner äußerte sich damals positiv zum Projekt und kündigte eine intensive Prüfung an. Die Betreiber nützten die Zeit, um Unterlagen zu einer schon vor 10 Jahren geplanten MedUni zu evaluieren und die Budgets auf den neuesten Stand zu bringen. „Wir brauchen eine private MedUni, und wir können das“, betont Georg Posch. Wie berichtet, soll der Plan mit einer schon bestehenden privaten Medizinuniversität umgesetzt werden. Präferiert wird jene in Salzburg. „Sie macht seit 20 Jahren einen guten Job“, begründet Posch. Auch die Nähe spreche dafür, ebenso der Umstand, dass Salzburg mit Nürnberg bereits ein solches Projekt aufgestellt habe.

Noch ist aber nichts entschieden. „Wir können bestätigen, dass eine Präsentation zum Thema einer möglichen medizinischen Universität in Vorarlberg stattgefunden hat“, verlautete aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher. Derzeit gebe es zwei Projektwerber, die ihre Pläne einem Expertengremium dargelegt hätten. Seitens der Sanitätsabteilung wurden zu der Präsentation die Verantwortlichen aus unterschiedlichen Bereichen der medizinischen Versorgung eingeladen, um die vorliegenden Projekte in Hinblick auf Realisierbarkeit zu prüfen. Im Gremium zu finden sind demnach die Chefärztinnen und Chefärzte der sieben Spitäler des Landes, Vertreter der Ärztekammer, mehrerer Fachabteilungen des Landhauses sowie einzelne Fachexperten. Hinterfragt werden laut Rüscher vor allem die notwendigen Ressourcen, die Zugangskriterien für Studierende sowie für die Ausbildung benötigen Kapazitäten in den Vorarlberger Spitälern. „Derzeit werden die Rückmeldungen der Teilnehmer eingeholt und ausgewertet. Erst nach Vorliegen dieser Ergebnisse wird die weitere Vorgangsweise festgelegt“, heißt es abschließend.

Langfristig vorsorgen

Die Atmosphäre, in der die Präsentation erfolgte, bezeichnet Posch als sehr gut und den Umgang als wertschätzend. Er spricht von einem „durchaus positiven Grundkonsens“. Den teilt auch Gerald Fleisch, Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG). Er ist überzeugt: „Eine Universität für Vorarlberg wäre an sich schon ein riesen Zukunftssignal.“ Noch gebe es ausreichend Jungmediziner, aber: „Wir müssen langfristig vorsorgen.“ Eine medizinische universitäre Einrichtung hätte laut Fleisch zudem den Vorteil, bereits erfahrene Mediziner, die gerne auch in Lehre, Forschung und Wissenschaft tätig sind, für das Land zu gewinnen und zu binden.  Wichtig aus seiner Sicht ist ebenso die gute Durchmischung der Studierenden. Vorarlberger sollen auch außerhalb des Landes Ausbildung und Erfahrung machen und: „Eine MedUni Vorarlberg müsste unbedingt auch Studierenden von außerhalb zur Verfügung stehen.“

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