Es wird immer enger für Lorüns

VN / 20.11.2022 • 07:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Andreas Batlogg, Bürgermeister von Lorüns, sitzt auf glühenden Kohlen: Entscheidet sich das Land nicht bald, kommt zwischen Lorüns und St. Anton eine Schrankenanlage.
Andreas Batlogg, Bürgermeister von Lorüns, sitzt auf glühenden Kohlen: Entscheidet sich das Land nicht bald, kommt zwischen Lorüns und St. Anton eine Schrankenanlage.

Stand Montafon gibt Stellungnahme zur favorisierten Ortumfahrung Mitte in Lorüns ab. Nun liegt der Ball beim Land.

Lorüns Es wird langsam eng, die Schlaufe zieht sich immer weiter zu und ein Aufatmen ist noch nicht in Sicht. Die Gemeinde Lorüns sitzt immer noch auf heißen Kohlen und mit ihr das ganze Montafon. Anfang nächstes Jahr muss die Montafonerbahn die Schranke für rund eine Million Euro bestellen, trifft bis dahin das Land Vorarlberg keine Entscheidung darüber, ob die Ortsumfahrung Lorüns nun kommt oder nicht. Denn ansonsten kommt 2024 eine Schrankenanlage, die keiner haben möchte, die aber behördlich angeordnet worden ist.

Zuletzt gab es zu dem Thema zwei Bürgerveranstaltungen in Lorüns. <span class="copyright">MAB</span>
Zuletzt gab es zu dem Thema zwei Bürgerveranstaltungen in Lorüns. MAB

„Wir haben immer noch keine Zusage vom Land erhalten“, sagt Andreas Batlogg, Bürgermeister von Lorüns. Nachdem mehrere Bürgerveranstaltungen und ein SUP-Verfahren vorausgegangen waren, habe man sich nun auf den Korridor Mitte einigen können. Dieser wurde vorab schon favorisiert, denn beide Tunnellösungen „(Amtsvariante“ und „Alte Böden“), einmal links- und einmal rechtseitig an Lorüns vorbei, kämen allen Beteiligten viel teurer zu stehen als die Oberflurvariante neben der Ill. Nichtsdestotrotz hat das SUP-Verfahren alle drei Varianten untersucht, diese gegenübergestellt und ist zum selben Entschluss wie die Lorünser Gemeindevertretung gekommen, dass die Variante „Lorüns Mitte“ am wenigsten in die Natur eingreift, die meisten Vorteile für alle Verkehrsteilnehmer mit sich bringt und am günstigsten ist. Nachdem der Umweltbericht sechs Wochen für die Öffentlichkeit auslag und man Stellungnahmen abgeben konnte, liegt der Ball beim Land.

Auf dem 3D-Modell kann man alle drei Korridore/Varianten auf einmal oder jede einzelne projizieren. Die rote Linie zeigt den Korridor "Amtsvariante".<span class="copyright">MAB</span>
Auf dem 3D-Modell kann man alle drei Korridore/Varianten auf einmal oder jede einzelne projizieren. Die rote Linie zeigt den Korridor "Amtsvariante".MAB

Stand und Gemeinden stehen hinter der Variante “Mitte”

Eine Stellungnahme gab auch der Stand Montafon ab, in der er die Variante „Lorüns Mitte“ bekräftigt, da diese gerade für Lorüns eine „Erhöhung der Verkehrssicherheit im Ortsgebiet mit einer deutlichen Anrainerentlastung, interessante ortsräumliche Entwicklungspotenziale, einen verbesserten Zugang zur Bahnhaltestelle, eine Optimierung der Radschnellverbindung und den Erhalt des Naherholungsraums durch Fußwege im Flussraum“ bietet. So heißt es weiter, dass die Montafoner Gemeinden durch die Schrankenanlage bei der Alma-Kreuzung eine „spürbare Verschlechterung der Erreichbarkeit des Montafons“ befürchten, ist die L188 doch die einzige ganzjährig geöffnete Erschließungsstraße ins Montafon. Der Erläuterungs- und Umweltbericht des Büros Beitl bestätigt das: Sollte eine Schrankenanlage an der Eisenbahnkreuzung von den Behörden verordnet werden, entsteht ein massiver Rückstau. „Eine solche Behinderung ist für die Hauptzufahrt ins Montafon unzumutbar.“

Vonseiten des Landes heißt es nur: „Zum aktuellen Zeitpunkt gilt es, die öffentliche Auflage abzuwarten. Im Anschluss daran kann ein Korridor durch die Landesregierung beschlossen werden. Mit Beschluss des Korridors wird im nächsten Schritt die Ausarbeitung eines einreichfähigen Gesamtprojektes gestartet.“

Zukünftig soll die vielbefahrene Ortsdurchfahrt zur Fahrradstraße abgestuft werden. <span class="copyright">Oliver Lerch</span>
Zukünftig soll die vielbefahrene Ortsdurchfahrt zur Fahrradstraße abgestuft werden. Oliver Lerch

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