Brandgefahr: So sicher sind unsere Schulen

VN / 23.11.2022 • 05:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Gebäuden wie der Mittelschule Dornbirn-Baumgarten sind gesetzlich keine Brandmeldeeinrichtungen vorgeschrieben. Das sorgt mitunter für Aufregung.  <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
In Gebäuden wie der Mittelschule Dornbirn-Baumgarten sind gesetzlich keine Brandmeldeeinrichtungen vorgeschrieben. Das sorgt mitunter für Aufregung. VN/Paulitsch

Evakuierung von Dornbirner Schulgebäude, das über keine Brandmelder verfügt, wirft Fragen auf.

Dornbirn, Bregenz In Dornbirn wurden nach einem Brandalarm am vergangenen Donnerstag das Polytechnikum und zwei Mittelschulen evakuiert (die VN berichteten). Rund 500 Schüler mussten die Gebäude verlassen. Es stellte sich heraus, dass ein angesengtes Papier im Keller der Mittelschule Baumgarten für eine entsprechende Geruchswahrnehmung gesorgt hatte, die Polizei ermittelt in Richtung Sachbeschädigung.

Sicherheitscheck gefordert

Die Feststellung, dass im betreffenden Schulgebäude keine Brandmelder vorhanden sind, hat am Dienstag den Dornbirner Vizebürgermeister Markus Fäßler (SPÖ) auf den Plan gerufen. In einer Medienmitteilung fordern er und die Dornbirner SPÖ eine sofortige Sicherheitsüberprüfung für sämtliche Schul- und Kindergartengebäude der Stadt.

Dornbirns Vizebürgermeister Markus Fäßler fordert eine sofortige Sicherheitsüberprüfung sämt-licher Schulen und Kindergärten der Stadt. <span class="copyright">lcf</span>
Dornbirns Vizebürgermeister Markus Fäßler fordert eine sofortige Sicherheitsüberprüfung sämt-licher Schulen und Kindergärten der Stadt. lcf

Fäßler wörtlich: „Wir fordern, dass das Ergebnis des Sicherheitschecks dann umgehend im Hochbauausschuss beraten wird und kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zur baulichen Verbesserung der Sicherheit ausgearbeitet und zeitnah durchgeführt werden.

Eine Schule ohne Brandmelder darf es in der heutigen Zeit nicht mehr geben. Dafür muss auch in budgetär schwierigen Zeiten Geld zur Verfügung gestellt werden. Bei der Sicherheit unserer Kinder darf nicht gespart werden.“

Der zuständige Dornbirner Hochbaustadtrat Christoph Waibel bemängelt in diesem Zusammenhang gegenüber den VN, dass im Rahmen der Nutzungsbewilligungen solcher älteren Schulgebäude keine Installation von Brandmeldeeinrichtungen vorgesehen war. „Das könnte nun innerhalb der Instandhaltungsmaßnahmen nachträglich geschehen. Der Knackpunkt hier ist allerdings das Budgetproblem“, kritisiert Waibel, dass einmal mehr an falscher Stelle gespart werde.

Ralph Pezzey (Leiter Brandverhütungsstelle): "Beim weit überwiegenden Teil der Schulgebäude in Vorarlberg ist ein hervorragender Brandschutz gewährleistet." <span class="copyright">Brandverhütungsstelle</span>
Ralph Pezzey (Leiter Brandverhütungsstelle): "Beim weit überwiegenden Teil der Schulgebäude in Vorarlberg ist ein hervorragender Brandschutz gewährleistet." Brandverhütungsstelle

Unterschiedliche Regelungen

Ralph Pezzey, Leiter der Brandverhütungsstelle Vorarlberg, klärt auf, was es mit den Brandmeldeeinrichtungen gesetzlich auf sich hat: „Bei Betreuungseinrichtungen für Kinder vor dem Schulalter, etwa Kindergärten, sind Brandmelder in den Räumlichkeiten vorgeschrieben. Bei den Schulen hingegen ist das gesetzlich anders geregelt. Wenn bei den Gebäuden die baulichen Brandschutzmaßnahmen wie etwa das Vorhandensein von Fluchtwegen eingehalten werden, ist die Installation von Brandmeldeeinrichtungen nicht zwingend.“

Was den Brandschutz in Vorarlbergs Schulen angeht, sagt Pezzey: „Gerade in den vergangenen Jahren ist von den Gemeinden und Schulträgern sehr viel Geld in diesen Bereich investiert worden. Ich kann sagen, dass beim weit überwiegenden Teil der Schulgebäude in Vorarlberg ein hervorragender Brandschutz gewährleistet ist.“

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