Ärztinnen melden sich für Schwangerschaftsabbrüche

Politik / 24.11.2022 • 17:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ärztinnen melden sich für Schwangerschaftsabbrüche
Der Schwangerschaftsabbruch ist binnen der ersten drei Monate straffrei. DPA

Gespräche in Vorarlberg stocken aber noch. Lösung soll bis Jahresende stehen.

Schwarzach Für Benedikt-Johannes Hostenkamp ist im Sommer 2023 Schluss. Spätestens mit seinem 71. Geburtstag am 12. August verabschiedet er sich in die Pension. Das ist umso folgenreicher, als er bislang der einzige Arzt in Vorarlberg ist, der Schwangerschaftsabbrüche im Rahmen der Fristenregelung durchführt. Zwar scheint die Nachfolgesuche nicht aussichtslos, aber dennoch ins Stocken geraten zu sein. Hostenkamp wartet noch auf einen Termin mit Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP), wie er erzählt. „Sie hat versprochen, dass es vor Weihnachten noch weitergeht.“ Ob seine Praxis übernommen oder ein anderer Weg gewählt wird, ist bislang unklar. Detailfragen würden noch nicht beantwortet, heißt es dazu seitens der Landesregierung: „Unser Ziel ist es unverändert, bis zum Ende des Jahres eine gute Lösung für die Nachfolge zu finden.“

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Bis Jahresende werde eine gute Lösung gefunden, verspricht Rüscher weiterhin. VN

Wie die VN aus sicherer Quelle wissen, gibt es einige Ärztinnen im Land, die bereit wären, in einem guten Setting die Frauen mit Konfliktschwangerschaften zu betreuen; das heißt, Abtreibungen durchzuführen. Vorarlberg zählt neben Tirol und Burgenland zu den einzigen drei Bundesländern in Österreich, in denen Schwangerschaftsabbrüche nicht in Krankenhäusern oder in an Krankenhäusern angehängten Ambulatorien angeboten werden, außer es handelt sich um einen medizinischen Notfall. Aus Sicht der Krankenhausbetriebsgesellschaft soll es in Vorarlberg auch dabei bleiben. Fix ist allerdings nichts, nur dass es weiterhin ein medizinisches Angebot für betroffene Frauen geben soll. Ärztinnen stehen dafür bereit, wie die VN wissen. Dem Vernehmen nach wurden diese seitens des Landes in den vergangenen Wochen aber noch nicht kontaktiert. Rüscher ließ dies weder bestätigen noch dementieren.

<p class="caption">Noch ist unklar, wie es mit der Praxis von Benedikt-Johannes Hostenkamp weitergeht oder ob das Angebot für Schwangerschaftsabbrüche künftig woanders im Land geschaffen wird. <span class="copyright">VN</span><p class="caption">

Noch ist unklar, wie es mit der Praxis von Benedikt-Johannes Hostenkamp weitergeht oder ob das Angebot für Schwangerschaftsabbrüche künftig woanders im Land geschaffen wird. VN

Grundsätzlich steht in Österreich auf eine Abtreibung eine Freiheits- oder Geldstrafe, außer der Schwangerschaftsabbruch erfolgt innerhalb der ersten drei Monate nach Beginn der Schwangerschaft (Fristenregelung). Eine Abtreibung zu einem späteren Zeitpunkt ist nur erlaubt, wenn eine ernste Gefahr für die Schwangere besteht, sie jünger als 14 Jahre ist oder eine schwere geistige oder körperliche Behinderung des Kindes zu erwarten ist. Die Kosten werden von der Sozialversicherung übernommen, wenn der Abbruch aus medizinischen Gründen notwendig ist.

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