VN-Klimaschutzpreis: Gemeinsame Initiativen für das Klima

VN / 24.11.2022 • 21:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
15 Projekte und Initiativen aus Vorarlberg dürfen sich als Vorbilder im Kampf gegen Klimawandel und Erderwärmung feiern. <span class="copyright">VN/Sams</span>
15 Projekte und Initiativen aus Vorarlberg dürfen sich als Vorbilder im Kampf gegen Klimawandel und Erderwärmung feiern. VN/Sams

Den Kampf gegen die Klimaerwärmung werde man nur gemeinsam gewinnen können, so der Tenor der Veranstaltung.

Mäder Seit 2008 gibt es den Klimaschutzpreis der Vorarlberger Nachrichten, um Engagement und Einsatz der Vorarlberger abseits der gewohnten Wege vor den Vorhang zu holen. In fünf Kategorien wurden von der fachkundigen Jury jeweils drei Projekte als motivierende Vorbilder auserwählt und am Donnerstagabend unter der kompetenten Moderation von Isabella Canaval im J.J.-Ender-Saal in Mäder ausgezeichnet.

Solche Projekte sind dringend notwendig. Der jüngste Klimareport der Vereinten Nationen deutet darauf hin, dass die Weltgemeinschaft die Ziele von Paris verfehlt und die Erde sich bis zum Ende des Jahrhunderts um etwa 2,8 Grad Celsius erwärmen könnte. Ein tiefgreifender Wandel ist im Kampf gegen die Erderwärmung notwendig.

VN-Extra zum Klimaschutzpreis 2022

Gemeinsam für unser Klima

“In Vorarlberg packen viele Menschen an, um auch die Zukunft noch lebenswert zu gestalten. Es ist motivierend zu sehen, wie viele Privatpersonen, Initiativen und Projekte im Land am Klimaschutz arbeiten”, betont Julia Schilly, VN-Klimaschutzpreis-Projektleiterin und Redakteurin der VN. “Mit dem Klimaschutzpreis wollen wir sie alle vor den Vorhang holen und inspirieren.” Denn die Klimaneutralität lasse sich nur gemeinsam erreichen.

Rascher verbindliche Maßnahmen

Festredner Meteorologe Simon Tschannett berät Unternehmen und Gemeinden bei der Anpassung an den Klimawandel. Er betont, dass diese längst überfällig ist. Das Hochwasser diesen Sommer wie auch die zunehmende Zahl der Hiteztoten seien nur zwei von vielen Zeichen, dass der Klimawandel auch in Österreich und Vorarlberg angekommen ist. Doch Fehlanpassungen, wie etwa auf steigende Temperaturen mit Klimaanlagen zu reagieren, müsse man bewusst vermeiden. “Wir dürfen nicht nur Symptombekämpfung betreiben”, verweist er auf die Notwendigkeit, den CO2-Ausstoß massiv einzuschränken.

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Maßnahmen wie die nationale Klimaanpassungsstrategie oder der Klimafahrplan der Stadt Wien seien hier positive Ansätze, gerade auch in der Raum- und Stadtplanung. Doch es brauche rascher verbindliche Maßnahmen, auch in Gesetzesform. “Da sind wir noch säumig, aber es gibt viele Bereiche, wo etwas passiert”, übt sich der gebürtige Sulner in Optimismus. Gerade Projekte wie der VN-Klimaschutzpreis seien ein positives Beispiel, um die Ideen und Ansätze im Kampf gegen den Klimawandel in die Welt zu tragen.

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Denn solche Vorträge hielt Tschannett bereits vor einem Jahrzehnt. Damals wären die notwendigen Anstrengungen im Vergleich zu heute noch überschaubar gewesen, betont er die Kosten unserer Säumigkeit. Es reiche nicht mehr, nur zu überlegen, was das absolut Notwendigste im Kampf gegen die Erderwärmung ist. Gerade im Verkehr tue sich in Österreich viel zu wenig und das macht die Erfolge in anderen Bereichen zunichte.

Anpassung allein reicht nicht

Umweltlandesrat Daniel Zadra (Grüne) ist froh, dass Gemeinden, Bürger und Unternehmer im Kampf gegen den Klimawandel an einem Strang ziehen, wie der Klimaschutzpreis aufzeigt. Er warnt aber auch, dass eine Anpassung an den Klimawandel den Kampf gegen dessen Ursachen nicht ersetzen kann: “Bereits eine Erwärmung von 1,5 Grad bedeutet, dass wir unsere Lebensweise grundlegend verändern müssen”, betont Zadra. Es brauche daher den Kampf gegen die Ursachen, um das Erreichen jener Kipppunkte zu vermeiden, an denen man die Kontrolle über das Klima verliert. Sich an Erwärmungen von drei oder gar vier Grad Celsius anzupassen, sei unmöglich. Hier würde er sich ein größeres Vertrauen in die Wissenschaft wünschen, und dass man deren Erkenntisse auf allen Ebenen ernst nimmt.

Auch Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink freut sich, dass neue Denkansätze präsentiert und prämiert werden. “Wir können in der Politik mutige oder für sie nicht ganz so mutige Entscheidungen treffen”, ist sich sich der begrenzten Möglichkeiten der Politik bewusst. Entsprechend wichtig seien Vorbilder, die sich über das Gewohnte hinauswagen.

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