Sprickler-Falschlunger überwintert als SPÖ-Obfrau

Politik / 30.11.2022 • 05:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sprang ein: Sprickler-Falschlunger. <span class="copyright">VN</span>
Sprang ein: Sprickler-Falschlunger. VN

Chefsuche bei den Vorarlberger Sozialdemokraten zieht sich weiter hin.

Magdalena Raos, Birgit Entner-Gerhold

Schwarzach Die Vorarlberger SPÖ braucht eine neue Chefin oder einen neuen Chef. Denn als Gabriele Sprickler-Falschlunger vergangenes Jahr erneut den Vorsitz der Sozialdemokraten übernahm, machte sie gleich klar, dass das nur übergangsweise der Fall sein wird. Doch wer ihr folgt und wann die Entscheidung fällt, ist unklar. Klar ist nur, dass es nicht so schnell geht wie ursprünglich gedacht. „Heuer wird es dazu nicht mehr kommen“, sagt Sprickler-Falschlunger, verrät aber: „Derzeit tut sich einiges.“ Es gebe fünf Kandidatinnen und Kandidaten. Namen will sie keine nennen – in SPÖ-Kreisen sind vielen auch noch keine Namen bekannt.

Engagement beschränkt

Sprickler-Falschlunger ist als neue alte Chefin eingesprungen, nachdem es im vergangenen Jahr parteiintern zu heftigen Zerwürfnissen gekommen war. Im VN-Sommergespräch hielt sie noch fest, dass sie ihr Engagement eigentlich auf Ende des Jahres beschränkt habe. Bis dahin werde eine Entscheidung fallen. Doch dazu kommt es nicht, die Sache verzögert sich. Erst Anfang des kommenden Jahres werde es so weit sein, sagt die 66-Jährige. Dann soll feststehen, wer die SPÖ als Spitzenkandidatin oder Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2024 führt.

Immer wieder Thema: Leiter. <span class="copyright">Serra</span>
Immer wieder Thema: Leiter. Serra

Die wohl bekanntesten Sozialdemokraten im Land halten sich aber zurück. Mario Leiter, der einstige Bludenzer Parteichef, der bei der Gemeindewahl 2020 nur knapp am Bürgermeisteramt vorbeischrammte, kann es sich derzeit nicht vorstellen, die SPÖ zu übernehmen. Ihn habe bislang auch noch niemand gefragt, sagt er. Seinen Posten als Stadtpolizeikommandant möchte Leiter behalten. „Aber ich bin mit der Sozialdemokratie sehr eng verbunden.“

Hoch im Kurs: Manuela Auer. <span class="copyright">VN</span>
Hoch im Kurs: Manuela Auer. VN

Hoch im Kurs steht Manuela Auer, geschäftsführende Klubobfrau im Landtag. Sie hatte die Leitung interimistisch im November 2021 als bisherige Stellvertreterin von Thomas Hopfner übernommen. Er legte Klubvorsitz und Parteimitgliedschaft im Streit nieder, blieb aber wilder Abgeordneter. Auer ist auch Landessekretärin des ÖGB. Dieser sieht solche Doppelrollen offenbar nicht gerne. Sie werde die Klubführung zunächst weiterhin geschäftsführend ausüben, sagt Auer zu den VN. Das funktioniere gut. „Aber wir brauchen eine Lösung.“ Nun gehe es für die Partei darum, sich für die kommende Wahl aufzustellen.

Noch im Nationalrat: Einwallner. <span class="copyright">Parlamentsdirektion/Topf</span>
Noch im Nationalrat: Einwallner. Parlamentsdirektion/Topf

Dabei wird auch immer wieder mit dem Namen Reinhold Einwallner spekuliert. Der sitzt für die SPÖ als Sicherheitssprecher im Nationalrat – und fühlt sich dort auch wohl. Zwar kann sich Einwallner auf parlamentarischer Ebene eine Rückkehr in die Landespolitik vorstellen. Die Partei zu übernehmen, sei aber nicht in seiner Lebensplanung enthalten, sagt er.

Abgewunken: Ritsch. <span class="copyright">VN</span>
Abgewunken: Ritsch. VN

Die roten Bürgermeister in Bregenz und Hard, Michael Ritsch und Martin Staudinger, haben keine Ambitionen, an die Parteispitze zurückzukehren. Auch Alp Sanlialp, Vorsitzender der Jungen Generation, winkt ab. Ebenso der Dornbirner Vizebürgermeister Markus Fäßler. „Ich gehöre nicht zu den Kandidaten.“ Das könne er 1000-prozentig sagen. „Ich mache die Arbeit als Stadtrat viel zu gerne.“

Nachwuchshoffnung: Feigl. <span class="copyright">SPOE/MAYER</span>
Nachwuchshoffnung: Feigl. SPOE/MAYER

Nachwuchshoffnungen

Vergangenen Herbst hatten Parteigranden auch die Landesfrauenvorsitzende Michelle Feigl immer wieder als mögliche Kandidatin gehandelt. Sollte ein Wechsel tatsächlich zu Beginn des Jahres erfolgen, scheint dies – wie im Hintergrund zu hören ist – allerdings sehr unwahrscheinlich. Ein Listenplatz bei der Landtagswahl ist jedoch nicht ausgeschlossen. Als weitere Nachwuchshoffnung der Partei gilt außerdem Landesfrauengeschäftsführerin Jeanette Greiter. Nicht als Obmann, aber als höchstambitioniert, werden zudem die Vertreter der Jungen Generation, Sanlialp und Elias Wehinger, gehandelt.

Ambitioniert: Sanlialp. <span class="copyright">SPÖ</span>
Ambitioniert: Sanlialp. SPÖ

Begehrte Listenplätze

Die kommende Landtagswahl findet planmäßig 2024 statt. Somit bleibt den Sozialdemokraten noch Zeit, sich neu zu ordnen. Aktuell sind sie im Landtag mit drei Abgeordneten vertreten. Das ursprünglich von ihnen erreichte vierte Mandat besetzt derzeit Thomas Hopfner als „wilder Abgeordneter“. Wer nach 2024 in den Landtag einziehen wird, entscheiden am Ende die Wahlliste und die Vorzugsstimmen. Die ersten vier Listenplätze scheinen ob der Aussichten auf vier Mandate aber begehrt. Innerhalb der SPÖ mutmaßen manche gar mit fünf Mandaten. Nur wer an der Spitze stehen wird, darüber spekuliert bei den Roten derzeit niemand gerne. Nach den Turbulenzen des vergangenen Jahres scheint die Ruhe willkommen – passend zur Vorweihnachtszeit. 

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