Wirbel um Wiederaufnahme des Lecher „Ski Labors“

Kultur / 05.12.2022 • 17:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Das „Ski Labor Lech“ erhielt den Vorarlberger Tourismus-Innovationspreis 2022. Bernd Fischer (2)

Wegen Differenzen im Vorfeld wurde das Theaterprojekt abgesagt.

Lech Mit der erfolgreichen Wintertheaterwanderung „Ski Labor Lech“ hat die Gemeinde Lech gemeinsam mit der Lech Zürs Tourismus GmbH und teatro caprile den Vorarlberger Tourismus-Innovationspreis 2022 erhalten. Eine Wiederaufnahme im Frühjahr 2023 wurde vonseiten der Gemeinde Lech abgesagt. Zur Erinnerung: In elf auf historischen Quellen beruhenden Szenen wurden bei einer rund vierstündigen Wintertheaterwanderung helle und auch dunkle Seiten der Lecher Skigeschichte lebendig.

Für das kommende Frühjahr 2023 war eine Wiederaufnahme des Stückes geplant, wegen Differenzen im Vorfeld wurde diese aber nun vonseiten der Gemeinde Lech als Veranstalter und Initiator des Theaterprojektes abgesagt.

Katharina Grabher vom teatro caprile kritisiert die Vorgehensweise der Gemeinde: „Nach monatelangem Warten auf einen Vertrag und verbindlichen Aussagen zum finanziellen und organisatorischen Beitrag der Gemeinde Lech wurden wir Anfang November von der Absage des Projekts ohne weitere Angabe von Gründen und dem Verbot unser Stück andernorts umzusetzen in Kenntnis gesetzt. Die Wintertheaterwanderung war aufgrund des großen Organisationsaufwands und der Kosten für die Entstehung auf eine längere Laufzeit ausgelegt; ebenso sieht der Innovationspreis die Weiterführung eines ausgezeichneten Projekts vor. Zudem wurde uns durch die Hinhaltetaktik der Veranstalter eine rechtzeitige Suche nach neuen Orten und Organisatoren verunmöglicht, was bedeutet, dass sechs Schauspieler nun kein Engagement haben und die bereits zugesagten Projektgelder für caprile zurückgestellt werden müssen.“

Die Wiederaufnahme wurde vonseiten der Gemeinde Lech abgesagt.
Die Wiederaufnahme wurde vonseiten der Gemeinde Lech abgesagt.

Zudem kritisiert die Theatermacherin, dass es im Laufe der Jahre immer wieder zu beklagenswerten Versäumnissen in organisatorischer und kommunikativer Hinsicht gekommen ist. „Auch der caprile zustehende Anteil des Preisgeldes ist offen, ebenso wie Bildrechte auf die Videomitschnitte, die bei Presseterminen und Aufführungen gemacht wurden, nicht eingehalten wurden.“

Andreas Kosek von teatro caprile: „Wir bemühten uns seit Ende März erfolglos um konkrete Schritte zur Fortsetzung der Winter-Theater-Wanderung und wurden schließlich Ende Mai mit einem Vertragsentwurf initiativ. Anfang August teilte man uns ohne weitere Details oder Gegenvorschläge mit, dass der Entwurf für die Gemeinde inakzeptabel sei. Wieder einige Wochen später übermittelte die Gemeinde Lech einen Entwurf, in den wir umgehend Fragen und Anmerkungen einarbeiteten, die unbeantwortet blieben. Terminvorschläge zur kurzfristigen Abklärung der vorliegenden Fragen blieben ebenfalls unbeantwortet.“

Amtsleiterin Jutta Dieing verweist auf die komplizierten Verhandlungen mit der Theatergruppe. Mit ein paar Mitgliedern des Theaters wäre die Gesprächsbasis bereits seit einem Jahr schwierig gewesen. In den letzten Wochen und Monaten sei die Situation aber zur Belastung geworden und man habe sich von der Theatergruppe immer mehr distanziert. „Das ‚Ski Labor Lech‘ ist ein sehr umfassendes Projekt, das durch das Pandemiegeschehen und unvorhergesehene Naturereignisse im Winter für alle Beteiligten nicht einfach zu handhaben war. Die Gemeinde Lech glaubt nach wie vor an dieses wunderbare Theaterstück und an seine Aussage. Vielleicht wird es auch eine Fortführung geben, wenn auch nicht im Frühjahr 2023. Denn nach intensiven internen Gesprächen im Team haben wir uns entschieden, das Projekt mit der Theatergruppe nicht fortzuführen“, sagt Dieing. Teatro caprile sei natürlich für alle bis dahin erbrachten Leistungen entschädigt worden, so die Amtsleitern abschließend.

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