Gericht: Einbrecher beim Geldwechsel geschnappt

VN / 07.12.2022 • 13:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte gelobte vor Gericht Besserung, doch ein außergerichtlicher Tatausgleich kam nicht infrage. <span class="copyright">Eckert</span>
Der Angeklagte gelobte vor Gericht Besserung, doch ein außergerichtlicher Tatausgleich kam nicht infrage. Eckert

Auf welche raffiniere Weise Ermittler der Polizei einen jungen Täter ausforschten.   

Feldkirch Eine Vorstrafe hat der erst 16-Jährige bereits. 500 Euro haften noch bei einem Inkassobüro aus und er hat nach drei Monaten seine Bauhandwerkerlehre abgebrochen. „Ich mach nie wieder etwas“, verspricht er bei seiner Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. „Wissen Sie, diesen Satz höre ich jeden Tag zehn Mal“, kennt Richter Dietmar Nußbaumer seine Klientel.

Doch der junge Mann sagt, dass er bereits wieder eine neue Lehrstelle in Aussicht habe und dieses Mal sehe es gut aus, behauptet er zumindest. Den Einbruch im Juni dieses Jahres habe er als Kurzschlusshandlung begangen. Er habe das Geld gesehen und nicht widerstehen können.

Scheibe eingeschlagen

Allzu viel zu holen gab es nicht in der Pizzeria im Raum Bludenz. Es ist ein nettes Restaurant, doch gegen halb zwei Uhr nachts lagen dort nur 95 Euro und zehn Schweizer Franken. Der junge Mann holte sich einen Pflasterstein von der Straße und warf die Scheiben ein. Mit der Beute flüchtete er. Die Ermittler vermuteten richtig, dass der Täter die Schweizer Franken möglichst rasch einwechseln werde.

Die Banken wurden verständigt und schon wenig später tauchte ein 16-Jähriger mit zehn Schweizer Franken auf, die er gewechselt haben wollte. Die Polizei wurde verständigt, der junge Mann geschnappt.

Diversion unmöglich

Verteidigerin Dietlind Hügel versucht, eine Diversion zu erwirken. Doch auf- grund des raschen Rückfalls ist dies nicht möglich. Der Teenager hat vor nicht allzu langer Zeit eine Sachbeschädigung begangen, wurde dafür verurteilt, jetzt sitzt er schon wieder auf der Anklagebank.

Als Strafe für den Einbruchsdiebstahl werden 840 Euro ausgesprochen, zudem wird Bewährungshilfe angeordnet. Strafrahmen bei diesem Delikt sind bis zu drei Jahre Haft, doch weil der Täter Jugendlicher ist, nur maximal eineinhalb Jahre. „Jetzt heißt es aufpassen, sonst müssen wir Sie irgendwann doch noch einsperren“, warnt der Richter. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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