Gericht: Mit Schneebällen gegen Polizeiformation

VN / 16.12.2022 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Angeklagten (rechts und zweiter von links) bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">vn-gs</span>
Die Angeklagten (rechts und zweiter von links) bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. vn-gs

Weswegen zwei Impfgegner nach Anti-Corona-Demo vor Gericht angeklagt sind.

Feldkirch „Ungut, aufgeheizt und aggressiv“ war die Stimmung laut Staatsanwältin Karin Dragosits bei jener Anti-Corona-Demonstration am 12. Dezember 2021 in Bregenz, an der sich sage und schreibe 15.000 Impfgegner beteiligten.

Zahlreiche Festnahmen

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Es kam zu zahlreichen Festnahmen. Auch auf dem Symphonikerplatz vor dem Festspielhaus. Ein Mann wurde mit Handschellen in einen Polizeitransporter verfrachtet. Sehr zum Missfallen zweier seiner Kollegen. Einer von den beiden, ein 23-Jähriger, warf Schneebälle gegen die vor ihnen aufgestellte Kette von Polizisten. Eines der „Geschosse“ flog auf das Gesicht eines Beamten zu. Doch der konnte den Schneeball mit den Händen abwehren.

Bei der großen Anti-Corona-Demo in Bregenz im Dezember vergangenen Jahres kam es zu zahlreichen Festnahmen.<span class="copyright"> Shourot</span>
Bei der großen Anti-Corona-Demo in Bregenz im Dezember vergangenen Jahres kam es zu zahlreichen Festnahmen. Shourot

Der zweite Kollege im Alter von 25 Jahren ging indessen zum Polizeitransporter, in welchem sein festgenommener Freund seines Abtransports harrte, und sagte zu den Beamten: „Wo bringt Ihr ihn hin? Da könnt Ihr mich gleich auch festnehmen.“ Gesagt, getan. Daraufhin wandte sich auch der Schneeballwerfer zu den Gesetzeshütern und machte seinem Ärger Luft. „Und Zackbumm, war ich auch schon verhaftet,“ schildert der junge Mann als Angeklagter später bei der Verhandlung vor Gericht.

Eindrücke von der Demo am 12. Dezember 2021. <span class="copyright">VN/Serra</span>
Eindrücke von der Demo am 12. Dezember 2021. VN/Serra

Die Vorwürfe gegen die beiden Beschuldigten beim Prozess sind nicht ohne: Versuch des Widerstands gegen die Staatsgewalt, tätlicher Angriff auf Beamte und Körperverletzung lauten sie. Auch dem älteren Angeklagten wird vorgeworfen, Schneebälle auf die Polizei geworfen zu haben. Doch der beteuert: „Ich hatte zwar einen Schneeball in der Hand, warf ihn aber nicht. Weil eine Frau auf mich zukam und sagte, ich soll das besser lassen. Danach umarmte sie mich.“

Ein „grinsender“ Angeklagter

Der andere Beschuldigte hingegen gibt die Würfe unumwunden zu, macht aber Richter Julian Fettner auf etwas aufmerksam: „Wenn Sie mich jetzt grinsen sehen, ist das ein Missverständnis. Wissen Sie, ich grinse nämlich immer, wenn ich mich in einer unangenehmen Lage befinde”

Eindrücke von der Demo am 12. Dezember 2021. <span class="copyright">VN/Vlach</span>
Eindrücke von der Demo am 12. Dezember 2021. VN/Vlach

Das Faktum Widerstand ist deshalb angeklagt, weil sich die beiden Angeklagten damals gegen die Festnahme gewehrt haben sollen. Sie selbst bestreiten das. Mehrere Polizisten werden einvernommen. Aber auch deren Aussagen scheinen höchstens in Richtung geringfügiger Widerstandshandlungen zu gehen. Ein weiterer Zeuge steht noch aus, deshalb wird die Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt.

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