Nach Sprengstofffund in Dornbirn: Wie die Polizei nun weiter ermittelt

VN / 16.12.2022 • 12:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach Sprengstofffund in Dornbirn: Wie die Polizei nun weiter ermittelt
In Dornbirn stehen die Ermittlungen noch am Start. VN/GS

Explosives Material aus Keller eines verstorbenen Dornbirners wird derzeit abtransportiert und entschärft.

Dornbirn Am Donnerstag sicherten Beamte des Entschärfungsdienstes der Polizei im Keller eines Mehrparteienhauses in Dornbirn aufgefundene Waffen und Sprengmaterial (die VN berichteten).

<p class="caption">Der Entschärfungsdienst der Polizei transportiert das Material in speziellen Behältern ab. <span class="copyright">vol.at/mayer</span></p>

Der Entschärfungsdienst der Polizei transportiert das Material in speziellen Behältern ab. vol.at/mayer

Das Zeug war von einem inzwischen verstorbenen 68-jährigen Dornbirner dort gehortet worden. Angehörige hatten es nach seinem Tod entdeckt und Behörden informiert.

Fragen über Fragen

Woher und vor allem aus welchem Grund sich der Mann das Arsenal besorgte, stellt die Ermittler noch vor ungelöste Fragen. Die Beamten selbst halten sich über die Anzahl der Waffen und die Art des Sprengstoffs zurück. Dies auch deshalb, weil sie selbst noch vor Rätseln stehen.

„Der Sprengstoff wird derzeit erst mal klassifiziert, ein Ergebnis wird frühestens nächste Woche zu erwarten sein. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen wird das Material im Laufe des Freitags in Kleinmengen und in mehreren Fahrten in einem speziellen Behälter abtransportiert und zur Entschärfung gebracht“, sagte Polizeisprecher Horst Spitzhofer auf Anfrage der VN.

Polizeisprecher Horst Spitzhofer am Donnerstag nahe des Auffindungsortes: "Stehen erst am Anfang der Ermittlungen." <span class="copyright">Vn-Gs</span>
Polizeisprecher Horst Spitzhofer am Donnerstag nahe des Auffindungsortes: "Stehen erst am Anfang der Ermittlungen." Vn-Gs

Die Wohnungen über den Kellerräumlichkeiten wurden bereits am Donnerstag aus Sicherheitsgründen evakuiert. Die Bewohner konnten noch nicht zurückkehren, seien aber mittlerweile woanders untergebracht.

Ermittlungen am Anfang

Die Ermittlungen der Polizei über die Herkunft des Sprengstoffs und der Waffen stehen erst am Anfang, sagte Spitzhofer und: „Das sind die Fragen, mit denen wir uns zukünftig beschäftigen.“ Woher kommt das Material? Warum so viel? Und welche Motivation steckte beim „Sammler“ hinter dem Horten? Natürlich werde in solchen Fällen auch das Umfeld des Betreffenden unter die Lupe genommen. Was sich im Fall des alleinstehenden Dornbirners schwierig gestaltet. Immerhin war er polizeilich noch nie in Erscheinung getreten. Zumindest nicht in diesem Zusammenhang, bestätigte der Polizeisprecher.

Waffenfunde in Vorarlberg

Leichter gestalteten sich die Ermittlungen bei weiteren Waffenfunden in Vorarlberg. So wurden etwa erst im April dieses Jahres bei Hausdurchsuchungen in Bregenz neben Kokain auch mehrere Lang- und Kurzwaffen sichergestellt. Diese wurden von einem organisierten Drogenring dort gehortet und beschlagnahmt, als die Tatverdächtigen aufflogen.

Nach einem geplatzten Drogendeal stieß die Polizei in Bregenz auf dieses Sammlung. <span class="copyright">Polizei</span>
Nach einem geplatzten Drogendeal stieß die Polizei in Bregenz auf dieses Sammlung. Polizei

Ein ansehnliches Arsenal an Waffen wie Schreckschusspistolen, Wurfsterne, Samurai-Schwerter und Luftgewehre sammelte sich auch bei einem jugendlichen Trio aus Fußach an, das im Oktober 2006 nach einer Serie von Einbruchsdiebstählen ausgeforscht werden konnte.

Ein Fußacher Einbrechertrio hortete dieses Arsenal von allerlei Waffen.<span class="copyright"> Vlach</span>
Ein Fußacher Einbrechertrio hortete dieses Arsenal von allerlei Waffen. Vlach

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