„Preisobergrenze bei Immobilien ist erreicht“

Markt / 21.12.2022 • 10:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Am heimischen Immobilienmarkt zeichnet sich eine Trendwende ab. <span class="copyright">vn</span>
Am heimischen Immobilienmarkt zeichnet sich eine Trendwende ab. vn

s Real-Immobilienpreisspiegel sieht nun Trendwende in Vorarlberg.

Dornbirn 2022 war ein zweigeteiltes Jahr am Vorarlberger Immobilienmarkt. Während im ersten Halbjahr die Nachfrage nahtlos an den Boom der Vorjahre anschloss und die Preise nach oben trieb, zeigte sich das zweite Halbjahr deutlich rückläufig.

Für die Immobilienexperten von s Real steht deshalb fest: Es gibt eine Trendwende. Dass die Nachfrage nachließ habe jedenfalls einen starken Zusammenhang mit der Inflationsrate, den steigenden Zinsen und den verschärften Eigenkapitalvorschriften für Kreditnehmer. „Die aktuelle Situation verunsichert. Im Umfeld gestiegener Lebenshaltungskosten verschiebt man die Realisierung so mancher Immobilienträume erst einmal auf später und wartet lieber ab“, berichten die Geschäftsführer Dominik Brunauer und Christian Hagspiel.

Die Geschäftsführer von Sparkassen REAL Vorarlberg, Dominik Brunauer und Christian Hagspiel. <span class="copyright">s real immobilien</span>
Die Geschäftsführer von Sparkassen REAL Vorarlberg, Dominik Brunauer und Christian Hagspiel. s real immobilien

Zusätzlich hätten sich bereits im vergangenen Jahr die Anzeichen für eine gewisse Sättigung des Immobilienmarktes verdichtet. In Vorarlberg werde seit Ausbruch der Corona-Pandemie schon im zweiten Jahr in Folge deutlich weniger Wohnraum als zuvor errichtet. War Vorarlberg 2021 noch das Bundesland mit der zweithöchsten Wohnbaurate, rangierte das „Land der Häuslebauer“ aktuell nur mehr im Mittelfeld. „Noch vor Kurzem fand deshalb so gut wie jedes neu angebotene Objekt sehr schnell einen Käufer. Nun dauert die Suche nach neuen Eigentümern merklich länger. Auch der Interessentenkreis ist nicht mehr so groß. Auf den Preis schlagen sich die neuen Rahmenbedingungen allerdings noch nicht nieder“, so Brunauer.

„Preisobergrenze bei Immobilien ist erreicht“

Bei knappen Haushaltsbudgets steige auch die Bereitschaft, Abstriche bei der Größe und Ausstattung der Immobilie zu machen. Sowohl am Kauf- als auch am Mietmarkt seien jetzt vor allem 3-Zimmer-Objekte und kleinere Wohneinheiten gefragt. Es zeige sich, dass sich für Wohneinheiten mit 4 Zimmern und mehr häufig nur mehr Gutverdienende interessieren, die aus dem Ausland oder anderen Bundesländern zuziehen. Kompromisslos sei man hingegen bei der Heizung. „Die stark gestiegenen Energiekosten haben zu einem deutlichen Umdenken geführt. Wohnungen und Häuser mit Öl- und Gasheizung finden nun weniger Interessenten“, so Hagspiel.

„Preisobergrenze bei Immobilien ist erreicht“

Im gerade neu erschienenen Immo-Guide, der die Richtwerte für Gewerbe- und Wohnimmobilien für die wichtigsten Regionen des Landes ausweist, gehen die Experten der Sparkasse jedenfalls für 2023 von stagnierenden Preisen aus. „Wir gehen davon aus, dass das Kaufinteresse im kommenden Jahr weiter nur verhalten bleibt und die Kaufpreise zumindest stagnieren. Für besondere Gustostücke, vor allem aber auch für die raren, gut gelegenen Grundstücke können auch weiterhin Bestpreise erzielt werden”, so das Geschäftsführer-Duo.

Fragezeichen bei Mieten

“Manche bleiben nun länger als geplant in ihrer Mietwohnung und sparen für künftiges Wohneigentum an. Zwar verhindert noch das einigermaßen große Angebot an Mietwohnungen eine starke Preissteigerung in diesem Segment. Wie lange jedoch die Mietpreise dem zunehmenden Nachfragedruck standhalten können, bleibt noch abzuwarten.”

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