Hanftropfen beruhigen auch Fellnasen

VN / 30.12.2022 • 08:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Marco Milonig schwört auch bei Alwin auf CBD-Tropfen. <span class="copyright">Tierheim</span>
Marco Milonig schwört auch bei Alwin auf CBD-Tropfen. Tierheim

Tierheim setzt nicht nur an Silvester auf Cannabidiol-Tropfen.

dornbirn CBD steht für Cannabidiol und wird aus der Hanfpflanze gewonnen. Im Gegensatz zu anderen Inhaltsstoffen wie dem THC macht CBD nicht high, sondern hat, im Gegenteil, eine entspannende Wirkung.

Auf diese setzt auch das Vorarlberger Tierschutzheim, vor allem, wenn es auf den Jahreswechsel und die damit verbundene Silvesterknallerei zugeht. „Ängstliche Tiere und solche, die stark auf Umgebungsreize reagieren bzw. schnell in Stresssituationen geraten, bekommen täglich ein paar Tropfen CBD ins Futter“, erzählt Marion Gögele, Assistentin der Geschäftsführung, und bestätigt den Erfolg der Anwendung: „Die Katzen und Hunde werden ruhiger, aber nicht lethargisch.“ Gögele betont auch: „Wir sind froh über die Zusammenarbeit mit der Firma Hanafsan.“

Natürliche Unterstützung

Seit knapp vier Jahren arbeitet Daniel Feurstein, Gründer von Hanafsan, mit dem Tierschutzheim zusammen. „Nicht nur bei Menschen kommt CBD immer häufiger zum Einsatz, sondern vermehrt auch bei Angsthunden und Katzen“, erklärt er. Gerade zu Silvester könne das Cannabidiol vielen Vierbeinern helfen. Tierärzte verwenden laut dem Götzner Unternehmer angelegentlich ebenfalls CBD-Produkte. Meistens gehe es um Stress und Angst. „Gerade hier bietet der Wirkstoff CBD eine natürliche Unterstützung für Fellnasen“, sagt Daniel Feurstein. Er merkt noch an, dass CBD bei entsprechender Dosierung ebenso schmerzlindernd und entzündungshemmend wirkt.

Im Tierheim sind CBD-Tropfen das ganze Jahr über in Verwendung. Neben ihrer beruhigenden Wirkung haben sie auch positive Effekte auf Fell und Hautstruktur. „Die Gabe von CBD wird bei jedem Tier genau protokolliert“, betont Marion Gögele. Die Kooperation mit Hanafsan kam zustande, nachdem Daniel Feurstein die Produkte einmal unverbindlich im Tierheim vorgestellt hatte. „Wir sind zwar offen für solche Dinge, wollten aber doch ein paar Probeläufe abwarten“, berichtet Gögele von den Anfängen. Die verliefen so gut, dass CBD-Produkte im Tierheim nun zum Pflegesortiment gehören.

Hundestationsleiter Carlos Artiago Morales mit Figo.
Hundestationsleiter Carlos Artiago Morales mit Figo.

Marion Gögele gibt die Tropfen bei Bedarf auch ihrem eigenen Hund und ist überzeugt vom Nutzen. Was den bevorstehenden Jahreswechsel betrifft, hoffen die Tierheim-Mitarbeiter auf die Vernunft der Leute und dass es nicht allzu sehr in der Umgebung kracht. Zwar liegt das Gebäude außerhalb von bewohntem Gebiet, die akustischen Ausläufer von Böllern sind trotzdem zu hören.

Vorsichtsmaßnahmen

Deshalb werden zu den CBD-Gaben zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen getroffen. „Wir gehen an Silvester früher als üblich mit den Tieren hinaus, sodass abends alle in ihren Kojen sind. Im Hundetrakt läuft Entspannungsmusik, und besonders ängstliche Tiere beschäftigen wir mit Spielzeug und anderen Dingen, die sie mögen“, beschreibt Gögele den Ablauf. Sie verweist außerdem darauf, dass das Tierheim derzeit einen Vermittlungsstopp fährt, für Notfälle und Fundtiere aber offen ist. Auch die Heimtierrettung (erreichbar unter 0664/3330330) leistet Hilfestellung, sollte in der Silvesternacht ein herrenloses Tier aufgefunden werden. Die Hundestation ist derzeit voll bis unters Dach, bei Katzen und Kleintieren die obere Belastungsgrenze bald erreicht. Marion Gögele rechnet damit, dass nach den Feiertagen vermehrt Tiere abgegeben werden, aber dann komme auch die Vermittlung wieder ins Rollen.

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