Ein Leben für die Gemeinschaft

Menschen / 02.01.2023 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Günther und Eva-Maria Langwieser bringen sich in die Gesellschaft ein. Die VN sind dabei ihr Begleiter. <span class="copyright">VN/RAuch</span>
Günther und Eva-Maria Langwieser bringen sich in die Gesellschaft ein. Die VN sind dabei ihr Begleiter. VN/RAuch

In den vergangenen 40 Jahren bauten sich die Langwiesers ein Leben in Vorarlberg auf. Ihre Familie, das Ehrenamt und die VN sind die Eckpfeiler ihres Alltags.

Dornbirn Vor 40 Jahren trafen die Langwiesers vor ihrem Zuhause auf die Austrägerin der Vorarlberger Nachrichten. “Wollt ihr auch mal ein Exemplar”, fragte diese das zugezogene Ehepaar. “Wir nahmen eine und haben sie dann abonniert”, erklärt Günther Langwieser. “Dann waren wir auch informiert.”

Günther (66) und Eva-Maria (67) Langwieser verstehen die VN auch als Integrationsmaßnahme. Der Niederösterreicher und die Deutsche haben sich vor 45 Jahren in Oberösterreich kennengelernt, quasi als Urlaubsbekanntschaft. Dass es für das junge Paar mal nach Vorarlberg gehen könnte, zeichnete sich bereits davor ab. “Meine Maturareise führte mich auch nach Vorarlberg”, erinnert sich der damalige HTL-Maturant Günther zurück. Der technische Fortschritt faszinierte den Maschinenbauer, der goldene Westen erschien lockend. Als sich bei Zumtobel eine Stelle als Konstrukteur ergab, zogen die Eheleute nach Vorarlberg.

Heimweh und Ausdauer

Der Anfang war nicht leicht, erinnert sich Eva-Maria. Heimweh, der fremde Dialekt und der fehlende Freundeskreis machten ihnen zu schaffen. “Nach dem Motto ‘Aufstehen, Krone richten, weitergehen’ haben wir alle größeren und kleineren Hindernisse überwunden”, ist sie stolz. “Ausdauer und Geduld werden belohnt, wenn es mal nicht gleich so läuft, wie man will”, betont Eva-Maria. Und mit vollem Einsatz und Sparsamkeit setzten Langwiesers nach sechs Jahren bereits den Vorarlberger Wahlspruch “Schaffa, schaffa, Hüsle boua” um und schufen sich ein Eigenheim.

Ein Leben für die Gemeinschaft
Günther und Eva-Maria Langwieser legen großen Wert auf die Lebensqualität, die sie anderen Menschen als Wanderbegleiter ermöglichen. Langwieser

Seitdem ist viel Zeit vergangen, drei Kinder wurden geboren und zogen teilweise in die Welt hinaus. “Zusammenhalt prägt unsere Familie, nur gemeinsam ist man stark”, weiß Günther. Dementsprechend gaben die beiden auch immer etwas an die Allgemeinheit zurück. So war Günther jahrelang ehrenamtlich Fußballtrainer für das SOS Kinderdorf. Von den Kindern und deren Lebenserfahrungen habe auch er selbst viel lernen können. Parallel dazu war Eva-Maria als Leihoma tätig.

Ehrenamt auch im Ruhestand

Das Feuer des Ehrenamts brennt weiterhin stark in Langwiesers. “Die Initative muss man selbst ergreifen”, weiß Eva-Maria. “Ansonsten wäre uns aber auch langweilig.” Die Teilnahme an der Gesellschaft ist den Eheleuten wichtig, daher ermöglichen sie diese auch anderen. Dies beginnt bei der Pfarre Rohrbach, außerdem unterstützen sie in den Lerncafés der Caritas die Kinder beim Lernen und den Hausaufgaben. Eva-Maria begleitet als Familienpatin der Stadt Dornbirn junge Familien rund um die Geburt des ersten Kindes. Doch die beiden sind auch noch Wanderbegleiter der Caritas, organisieren Wanderungen vor allem für ältere Menschen. “Es bereitet uns Freude, so kommt man unter die Leute”, freuen sie sich über viele Stammgäste unter den Wanderern.

Abseits ihres Engagements gibt es noch die vier Enkelkinder, Kartenspiele und die beiden gehen regelmäßig tanzen. Ein fixer Bestandteil seines Tagesablaufs ist aber gerade für Günther die Lektüre der VN. “Er liest jeden Tag eine Stunde lang die Zeitung, da darf ich ihn nicht stören”, erzählt Eva-Maria. “Ich lese viel, aber nicht alles”, wiegelt Günther ab. Das 40-jährige Zeitungsjubiläum habe man aber sogar mit einem feinen Abendessen gefeiert und dabei auch ihr Leben in Vorarlberg Revue passieren lassen.

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