“Die Beziehung war geradezu toxisch” : Ungustiöse Causa beschäftigt Justiz

VN / 12.01.2023 • 15:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte wurde vor Gericht mit teilweise skurrilen Vorwürfen konfrontiert. <span class="copyright">Eckert</span>
Der Angeklagte wurde vor Gericht mit teilweise skurrilen Vorwürfen konfrontiert. Eckert

Angeklagter soll auf ungewöhnliche Weise „untersucht“ haben, ob seine Freundin fremd ging.

Feldkirch Die Vorwürfe sind skurril, ob überhaupt etwas Wahres dran ist, ist noch offen.

"Die Beziehung war geradezu toxisch" : Ungustiöse Causa beschäftigt Justiz
RA Olivia Lerch

Bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch ist Verteidigerin Olivia Lerch überzeugt, dass ihr Mandant, ein 39-jähriger Techniker, unschuldig ist. „Die Beziehung meines Mandanten zu dieser Frau war geradezu toxisch“, beschreibt die Anwältin die krisengeschüttelte, ehemalige Beziehung.

Der Angeklagte selbst sagt dazu: „Es war im Großen und Ganzen schon ok, doch der Alkohol war echt ein Problem. Meine Freundin brach immer wieder an irgendeiner Bar zusammen und ich musste sie dann nach Hause bringen“. Bezüglich der Vorwürfe der Staatsanwältin beteuert er, dass keiner der Vorhalte wahr sei. Die Liste der Anklagevertreterin ist lang. Die Frau, das mutmaßliche Opfer, bleibt bei größtenteils bei ihren Angaben und sagt, ihr “Ex” sei oft aggressiv gewesen.

An Unterhose gerochen

Die Vorwürfe, die bislang allerdings noch nicht als bewiesen gelten, sind mannigfaltig. Zum einen soll der Mann gedroht haben, seine damalige Freundin aus dem Fenster des ersten Stockes zu werfen. Zum anderen habe er ihr das Handy ins Gesicht geworfen, wodurch sie einen blauen Fleck am Auge erlitten habe. Außerdem hätte er ihren Kopf gegen den Schreibtisch geschlagen.

Der dritte und skurrilste Vorwurf betrifft eine eigenartige Art der Recherche. Der junge Mann soll nämlich nach einer nächtlichen Zechtour seiner Freundin Fremdgehen vermutet haben. „Er roch unter anderem an ihrer Unterhose und wollte herausfinden, ob die Frau fremdgegangen war“, so der Vorwurf.

„Wetten dass-verdächtig“

„Wenn mein Mandant das könnte, hätte er vermutlich bei ‚Wetten Dass‘ mitmachen können. Aber er hat weder an irgendeiner Unterhose noch sonst wo seiner Freundin gerochen“, so Verteidigerin Olivia Lerch. Die Verletzungen der Frau hätten andere Ursachen, so Lerch. Die Frau spreche dem Alkohol sehr zu und stürze deshalb immer wieder, wobei sie sich auch verletze, so die Verteidigerin. Der Angeklagte selbst sagte, dass er kaum trinke, schließlich sei er Sportler. An einem der angeblichen Vorfallstage räumt er ein, vier Bier und zwei Schnäpse konsumiert zu haben. Doch von all den Vorwürfen sei nichts wahr, beteuert er. Der Prozess muss vertagt werden. Bis dahin bleibt alles nur eine Anschuldigung, der bislang unbescholtene Angeklagte gilt als unschuldig.

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