2023 ist in Thüringen ein Jahr der Planung

VN / 21.01.2023 • 07:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bürgermeister Harald Witwer spricht über die Investitionen seiner Gemeinde. <span class="copyright">VN/JUN</span>
Bürgermeister Harald Witwer spricht über die Investitionen seiner Gemeinde. VN/JUN

Thüringen investiert in Planungskosten für Kinderhaus und Hochwasserschutzprojekt.

Thüringen Die Gemeindevertretung hat für heuer ein Budget in Höhe von 8,2 Millionen Euro verabschiedet, wobei 2,2 Millionen investiert werden bzw. in Planungsansätze fließen.

Zum einen kauft die Gemeinde ein neues Versorgungsfahrzeug für ihre Feuerwehr, das 746.000 Euro kostet. 453.000 Euro werden vom Land gefördert. Damit wird das 30 Jahre alte Löschfahrzeug ausgemustert, welches in weiterer Folge nach Moldawien transportiert wird, um dort weiter im Einsatz zu sein. „Wir müssen etwas Gutes tun für Länder, die nichts haben und sie mit Infrastruktur bestücken“, sagt Bürgermeister Harald Witwer. Der Beschluss für die Zuführung in die „Moldova Projects“ steht jedoch noch aus.

Planungskosten für das Kinderhaus

Weiters stehen 400.000 Euro Planungskosten für das neue Kinderhaus im Voranschlag, das unterhalb der St. Anna Kirche 2024 gebaut werden soll. Am 19. Jänner fand der Architektenwettbewerb statt, im Februar wird die Gemeinde das Ergebnis und die finale Kubatur den Bürgern präsentieren. In den 400.000 Euro Planungskosten ist neben dem Architektenwettbewerb auch die Einreichplanung berücksichtigt. Im neuen Kinderhaus werden die Kinder- und Kleinkindbetreuung mit jeweils vier Gruppen untergebracht. Bis jetzt gibt es nur drei Kindergartengruppen und zwei Kleinkindbetreuungsgruppen. „Mit acht Gruppen sind wir gut aufgestellt“, sieht Harald Witwer seine Gemeinde für die Zukunft gut gerüstet. Dadurch könne man die Gruppen kleinhalten. Zudem habe man die Rahmenbedingungen für das Kinderhaus so geschaffen, dass eine Erweiterung durch die Volksschule möglich ist.

In den Straßenbau werden 180.000 Euro investiert. Zum einen wird der Garoxweg umgelegt und zum anderen die Novagasse sowie Flugelin saniert. 25 Urnengräber an der St. Anna Kirche entstehen, die 78.000 Euro kosten werden. Weitere 80.000 Euro werden in die Sanierung des Pavillons bei der Villa Falkenhorst gesteckt.

Hochwasserschutzprojekt

Ein größeres Projekt ist das Hochwasserschutzprojekt Montjola, dessen Kosten sich die Gemeinden Bludesch und Thüringen teilen. Hier werden 2023 375.000 Euro an Planungskosten bereitgestellt. Insgesamt wird das Projekt elf Millionen Euro verschlingen, wobei Land und Bund jeweils 40 Prozent fördern, weshalb für Bludesch und Thüringen je zehn Prozent der Gesamtkosten übrigbleiben. Gebaut wird ein Hochwasserentlastungsgerinne, bei der das Wasser aus dem Montjola Weiher abgeleitet und über den Schlosstobel in die Lutz geleitet wird. Dafür muss ein 1,80 Meter breiter Stollen über einer Länge von 560 Metern gebaut werden. In Summe ist das Tiefbauprojekt 800 bis 900 Meter lang.

Ein größeres Projekt ist das Hochwasserschutzprojekt Montjola, dessen Kosten sich die Gemeinden Bludesch und Thüringen teilen. <span class="copyright">HAD</span>
Ein größeres Projekt ist das Hochwasserschutzprojekt Montjola, dessen Kosten sich die Gemeinden Bludesch und Thüringen teilen. HAD

Auch energietechnisch geht es in Thüringen weiter voran. So bekommt die Mittelschule im Mitteltrakt ihre dritte PV-Anlage aufs Dach (90.000 Euro). Auf dem Feuerwehrhaus ist bereits letztes Jahr eine Photovoltaikanlage entstanden, die von den Feuerwehrmännern in viel Eigenregie installiert worden ist, um Kosten zu sparen. Diese belaufen sich auf 40.000 Euro und werden in das heurige Budget mit aufgenommen.

An der St. Anna Kirche entstehen 25 Urnengräber. <span class="copyright">JS</span>
An der St. Anna Kirche entstehen 25 Urnengräber. JS

Das selbst erklärte Ziel des Bürgermeisters ist, bis 2030 eine Versorgungssicherheit von 100 Prozent zu haben, was heißt, dass alle Haushalte und gemeindeeigenen Gebäude in Thüringen mit selbst produziertem Strom versorgt werden können. Um dieses Ziel näherzukommen, wird eine Unterstufe des Kraftwerks gebaut. Planungskosten: 90.000 Euro. Nächstes Jahr soll mit dem Bau der Unterstufe begonnen werden, mit der die Gemeinde zehn Prozent mehr Strom erzeugen kann. So ist sie im Falle eines Blackouts abgesichert und kann die kritische Infrastruktur weiterhin mit Strom versorgen.

Der Schuldenstand wächst bis Ende 2023 auf 6,9 Millionen Euro. 1,1 Millionen Euro Darlehen werden aufgenommen, 300.000 Euro gleichzeitig getilgt. 900.000 Euro Rücklagen besitzt die Gemeinde. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 3064 Euro. „Wir versuchen, so sparsam wie möglich durchs Jahr zu gehen“, so Bürgermeister Harald Witwer.

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