Neuschnee, kaum Sicht: Absage des Weißen Rings unvermeidlich

VN / 21.01.2023 • 12:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Abräumen statt Rennen. Diese Helferin nahm's gelassen. Der Wettergott war kein Freund des Weißen Rings. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Abräumen statt Rennen. Diese Helferin nahm's gelassen. Der Wettergott war kein Freund des Weißen Rings. VN/Steurer

Petrus wollte nicht. Die widrigen Verhältnisse ließen auch die Durchführung von “Plan B” nicht zu.

Lech Es war um 9.30 Uhr als das Organisationsteam rund um Tourismusdirektor Hermann Fercher bei der Bergstation Rüfikopf die Köpfe zusammensteckte. Die Mienen verfinsterten sich, so wie die das Wetter. Um 9.37 Uhr kam die inoffizielle Absage. “Es hat keinen Sinn,” meinte Fercher gefasst. Über die Gründe dafür musste er nicht lange nachdenken. “Wir haben Schnee, wir haben schlechte Sicht, und wir haben eine Verantwortung.”

Auch der Lecher Bürgermeister Gerhard Lucian wäre das Rennen gerne gefahren.
Auch der Lecher Bürgermeister Gerhard Lucian wäre das Rennen gerne gefahren.

Auch der am Vortag ins Spiel gebrachte Plan B, mit einem Rennen von der Balm Alp bis nach Lech sei aufgrund der widrigen Umständen nicht möglich gewesen, begründete der Tourismuschef den Beschluss.

Tourismusdirektor Hermann Fercher (r) erklärt einem Teilnehmer, warum das Rennen abgesagt werden musste.
Tourismusdirektor Hermann Fercher (r) erklärt einem Teilnehmer, warum das Rennen abgesagt werden musste.

Der Nebel blieb

An der Talstation hatten sich schon kurz vor 8 Uhr die ersten Teilnehmer eingefunden. Der Blick nach oben ließ dabei bei den wenigsten Optimismus aufkommen. Als kurz nach acht Lokalmatador Patrick Ortlieb eintraf, ließ dieser sich die Zuversicht nicht nehmen. “Es hat ein bisschen geschneit, und das mit der Sicht sollte ja auch irgendwie gehen”, meinte der Olympiasieger mit einem Schuss Galgenhumor.

Interviews mit Erklärungen zur Absage des Rennens: Das blieben Hermann Fercher und Stefan Jochum (v.l.) als Haupttätigkeit.
Interviews mit Erklärungen zur Absage des Rennens: Das blieben Hermann Fercher und Stefan Jochum (v.l.) als Haupttätigkeit.

Kurz schien es, als würde sich der Nebel lichten. Doch das erwies sich als trügerisch. Es blieb letztlich grau in grau. Das mussten letztlich alle ohne Groll zur Kenntnis nehmen.

Es leerte sich

Am Rüfikopf oben begann sich das Panoramarestaurant nach Bekanntgabe der Absage langsam zu leeren. Die meisten nützten den frischen Schnee, um ohne Rennstress nach unten zu fahren. Das kommentierte dann auch Hermann Fercher mit einem Lächeln. “Für einen Tourismusverantwortlichen in Lech bedeutet der Neuschnee grundsätzlich etwas Positives. Vor allem, wenn ich an die vergangenen Wochen denke.”

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Indes begannen die Helfer mit dem Abbau der Absperrungen und der Infrastruktur im Startgelände.

Blick nach vorne

Auch beim VN-Team, das noch im Tal gebangt und gehofft hatte, war die Entscheidung der Rennleitung nachvollziehbar. „Wir hatten schöne Tage hier, wurden gut betreut und durften einiges erleben. Das mit dem abgesagten Rennen ist höhere Gewalt“, nahm es Katarina Raidt gelassen und erntete damit Zustimmung bei den Teamkolleginnen und -kollegen.

Für die Organisatoren bleibt der Blick nach vorne. “Merken sie sich den 13. Jänner 2024 vor. Da gibt es wieder ein Rennen”, tröstete der Platzsprecher die Teilnehmer.

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