Wenn ein Rollstuhl mehr können muss

VN / 24.01.2023 • 17:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Damit der Rollstuhl für Valentin passt, nimmt Jan-Ole Hansen entsprechend Maß. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Damit der Rollstuhl für Valentin passt, nimmt Jan-Ole Hansen entsprechend Maß. VN/Paulitsch

Das Schulheim Mäder verfügt jetzt über eine moderne Hilfsmittelberatungsstelle.

Mäder Im Schulheim Mäder werden aktuell 70 Kinder und Jugendliche mit Körper- und schweren Mehrfachbehinderungen von einem Team pädagogisch, therapeutisch, pflegerisch sowie medizinisch betreut und begleitet. „Wir orientieren uns konsequent an den Bedürfnissen und Stärken der jungen Menschen, um sie in ihrer Entwicklung zu fördern“, erklärt Geschäftsführer Arnt Buchwald. Dafür ist das Schulheim landesweit bekannt. Weniger im Blickpunkt der Öffentlichkeit sind zwei Beratungsangebote, die allen Menschen mit besonderen Bedürfnissen offenstehen. Das ist zum einen die „UK Beratungsstelle“ und zum anderen die Hilfsmittelberatungsstelle „luvat“. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und steht für „er/sie unterstützt“. Heute, Mittwoch, wird die adaptierte Hilfsmittelberatungsstelle im Rahmen einer kleinen Feier offiziell eröffnet.

Bei der Anpassung eines Hilfsmittels schaut Jan-Ole Hansen genau hin.
Bei der Anpassung eines Hilfsmittels schaut Jan-Ole Hansen genau hin.

Intensives Beratungsjahr

In Betrieb genommen wurde sie im September 1992. Das Angebot ist gefragt, wie Arnt Buchwald mit Zahlen belegt. Denen zufolge begleiten die Mitarbeitenden jährlich 150 bis 170 Klientinnen und Klienten. Stark frequentiert war das vergangenen Jahr. „Da verzeichneten wir gut 200 Beratungstermine mit 230 Beratungsstunden“, berichtet der Geschäftsführer. Schwerpunkte der „luva“ sind Versorgungen mit individuell angepassten Rollstühlen. Standardrollstühle werden laut Buchwald von den Gesundheitskassen bzw. Hilfsmittelhändlern ausgegeben. Die Klienten des Schulheims Mäder sind zwecks Fortbewegung jedoch häufig auf komplexer ausgestattete Gefährte angewiesen.

Jan-Ole Hansen ist nicht nur Physiotherapeut, sondern auch Hilfsmittelberater.
Jan-Ole Hansen ist nicht nur Physiotherapeut, sondern auch Hilfsmittelberater.

Ausleihen möglich

Die Beratung erfolgt durch Physio- und Ergotherapeuten, „und das herstellerunabhängig“, wie Arnt Buchwald anmerkt. Bei Bedarf werden auch externe Systempartner, wie Orthopädietechniker hinzugezogen, denn jedes Hilfsmittel muss optimal auf die Bedürfnisse der Nutzer abgestimmt sein. „Wir unterstützen dabei den Prozess, von der Auswahl über die Anpassung und Finanzierung bis hin zur Übergabe des neuen Hilfsmittels“, erläutert Buchwald und ergänzt: „Außerdem verleihen wir verschiedene Hilfsmittel, wenn diese kurzfristig benötigt werden oder die finanziellen Mittel für einen Kauf nicht reichen.“ Im Sommer 2022 wurden die Räumlichkeiten mit Unterstützung der Firma Gunz sowie des Landes modernisiert.

Auch Therapieleiterin Judith Dreymann ist mit dem Ergebnis der Adaptierung zufrieden.
Auch Therapieleiterin Judith Dreymann ist mit dem Ergebnis der Adaptierung zufrieden.

In der „UK Beratungsstelle“ erhalten Eltern, deren Kinder sowie Pädagogen Hilfestellung in allen Fragen der „Unterstützten Kommunikation“. Das gilt sowohl für den elementarpädagogischen wie pädagogischen Bereich. „Menschen, die keine oder nur eine eingeschränkte Lautsprache haben, sollen lernen, mittels Handzeichen bzw. technischer Hilfsmittel mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten“, beschreibt Arnt Buchwald die Grundzüge dieses Angebots. Beide Beratungsangebote sind für Klienten und ihre Vertrauenspersonen kostenlos, eine Terminvereinbarung über www.schulheim-maeder.at möglich.

Blick in die neue Hilfsmittelausgabestelle im Schulheim Mäder.
Blick in die neue Hilfsmittelausgabestelle im Schulheim Mäder.

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