Wie ein falscher Polizist einer 78-Jährigen 30.000 Euro aus der Tasche zog

VN / 25.01.2023 • 18:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Anders als hier im konkreten Fall: In Bezau hat sich der falsche Kriminalpolizist gegenüber seinem Opfer nicht einmal als Beamter ausgewiesen. <span class="copyright">symbol/lka</span>
Anders als hier im konkreten Fall: In Bezau hat sich der falsche Kriminalpolizist gegenüber seinem Opfer nicht einmal als Beamter ausgewiesen. symbol/lka

Täter klingelte einfach an der Türe: Der Betrug an einer Bezauer Pensionistin im Detail.

Bezau Der Anruf erreichte die 78-jährige Frau am Dienstag zu Hause auf dem Festnetz. Der Täter, der ihre Nummer laut Polizei vermutlich im Telefonbuch aufgestöbert hatte, musste es offensichtlich gewusst haben: Die Pensionistin lebt allein in ihrer Wohnung, obwohl es im Haus noch zwei weitere Parteien gibt. Und sie hat Bargeld zu Hause, vermutlich ihre gesamten Ersparnisse.

„Bewaffneter Raubüberfall“

Die Botschaft des Betrügers versetzte die 78-Jährige in Furcht und Schrecken. Der Täter gab sich am Telefon als Polizist aus, und zwar mit einer eindrücklichen Warnung an die unbedarfte Bregenzerwälderin: So stehe unmittelbar ein bewaffneter Raubüberfall mit ihr als ausersehenes Opfer bevor. Um ihr Bargeld zu schützen, forderte der Anrufer die Frau auf, es der Polizei zu überlassen. Er, der zuständige Kriminalist, würde gleich zu diesem Zweck persönlich zu ihr kommen.

Nicht ausgewiesen

„Die Frau hatte furchtbare Angst“, schilderte ein Beamter der Polizeiinspektion Bezau den VN. Diese Furcht machte sie wohl erhaben über jeden Verdacht, den die 78-Jährige schöpfen hätte können, als der Anrufer noch am selben Abend persönlich an ihrer Tür klingelte.

Dem Vernehmen nach hatte sich der falsche Kriminalist gegenüber seinem Opfer nicht einmal als Beamter ausgewiesen.

„Geldscheine einscannen“

„Er hat ihr dann gesagt, sämtliches im Hause vorhandenes Bargeld zu sammeln und ihm zu übergeben“, so der echte Polizeibeamte zu den VN. Es waren 30.000 Euro. Zugleich gab der Betrüger der Bezauerin das Versprechen, ihr das Geld unverzüglich wieder rückzuerstatten. Zuvor aber müsse die Polizei die „Geldscheine einscannen“, erklärte der Täter, der sogleich mit sämtlichen Ersparnissen seines Opfers verschwand.

Der falsche Polizist ließ sich nicht mehr blicken. Das machte die 78-jährige Frau stutzig und misstrauisch. So zeigte sie den Vorfall bei der Polizeiinspektion Bezau an. Dort musste die Pensionistin erfahren, dass sie zum Opfer eines dreisten Betrügers geworden war.

Wie die Polizei nun vorgeht

Die ermittelnden Beamten sind sich sicher, dass sich der Täter im Land aufhält. Nun gehe es darum, die Nummer des kriminellen Anrufers zu eruieren, eine möglichst detaillierte Täterbeschreibung zu bekommen und durch die Arbeit der Spurensicherung an der Klingel der Haustüre nähere Auskünfte über den unbekannten Betrüger zu ermitteln.

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